Kompetenzen
- Die Untersuchung von Wechselwirkungen in den Ökosystemen der Polarregionen und der Schelf- und Küstenregionen der Nordsee
- Effekte von CO2, pH-Wert, Temperatur und UV-Strahlung auf marine Organismen
- Veränderung der Artenvielfalt durch Klimaveränderungen
- Beitrag der Organismen zu klimarelevanten Prozessen
- Organismen als Indikatoren für Klimaveränderungen
Beispiele für Projekte des Fachbereichs
Ozeanversauerung (OA)
Durch die wachsende Sorge um einen möglichen Einfluss des Klimawandels auf das marine Ökosystem ist ein vom BMBF gefördertes Verbundprojekt zum Thema „Ozeanversauerung“ entstanden. Die steigende Konzentration des Klimagases Kohlendioxid in der Atmosphäre und seine Wechselwirkung mit dem Karbonatsystem im Ozean führen zu einer Erhöhung der CO2 Konzentrationen im Wasser und damit zu einer Versauerung der Ozeane. Die Messungen bestätigen, dass Kalk tragende, Säure empfindliche Organismen, z.B. Korallen, Muscheln und Schnecken, ihre stützenden Skelette oder schützenden Hüllen nicht mehr voll ausbilden können. Bei Fischen und Krebsen kommt es aufgrund der Versauerung zu Beeinträchtigungen im Stoffwechsel.
Polare Ökosysteme im Wandel (Deep Sea)
Der Weltklimarat hat in einer aktuellen Zusammenstellung mögliche klimatische Entwicklungen in den Polarregionen anschaulich dargestellt (www.ipcc.ch). Das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung wird im nächsten IPCC-Report mögliche Folgen dieser Entwicklungen für Organismen und Ökosysteme aufzeigen. Das ist möglich, weil die Wissenschaftler unseres Instituts seit über 30 Jahren in der Polarforschung eine Kernkompetenz aufgebaut haben, die nicht nur weltweit stark gefragt ist, sondern sich auch in zahlreichen internationalen Kooperationen niederschlägt. Wir betreiben beispielsweise das einzige arktische Tiefsee-Langzeit-Observatorium, an dem die raschen Veränderungen im wichtigsten Zugangsbereich zur Arktis verfolgt werden.
Umweltveränderungen in den Polargebieten
Steigende Emissionen von Kohlendioxid und anderen Klimagasen aufgrund der intensiven Nutzung fossiler Energieträger durch uns Menschen treiben Umweltveränderungen voran, deren Auswirkungen in den Polargebieten schon heute zu sehen sind.
Verlust des Lebensraums Meereis:
Seit über 50 Jahren erwärmt sich die Arktis so stark, dass das Meereis immer weiter schwindet und damit ein Lebensraum, von dem viele Organismen abhängig sind.
Auswirkungen von Schelfeisabbrüchen:
In der Antarktis kommt es durch die Erwärmung unter anderem zu großen Schelfeisabbrüchen. Riesige Eisberge zersplittern in hunderte kleiner Eistafeln. Gebiete, die einst unter dem Schelfeis lagen, werden freigelegt, Lebensräume am Meeresgrund gestört und neu besiedelt.
Veränderungen im Nahrungsnetz:
Der starke Rückgang des Krills sowie die Dominanz von Salpen, das sind im Meerwasser frei schwimmende Manteltierchen, die sich von Plankton ernähren, ist besonders auffällig, die Grundlage des ausgewogenen Nahrungsnetzes scheint sich hier massiv zu verändern.