Abkürzungen und Akronyme
Abfackeln
Das Verbrennen von brennbaren Abgasen und flüchtigen Flüssigkeiten in der Außenluft über einem Kamin an Ölquellen oder -bohranlagen sowie in Raffinerien, Chemiefabriken oder Deponien.
Ablation
Abschmelzen und Verdunsten an Gletschern und Schneefeldern.
ACIA
Arctic Climate Impact Assessment
Advektion
In der Ozeanographie und Meteorologie bezeichnet der Begriff Advektion den (meist) horizontalen Transport von Eigenschaften (Masse, Wärme, Spurengase, ...) durch Wasser-, bzw. Luftströmungen. (Gegenstück: Konvektion).
Aerosole
Feste oder flüssige Partikel in der Luft mit einer typischen Größe zwischen 0.01 und 10 μm, die mindestens ein paar Stunden in der Atmosphäre bleiben. Aerosole können entweder natürlichen oder anthropogenen Ursprungs sein. Sie können das Klima auf verschiedene Arten beeinflussen: Direkt durch Streuung und Absorption der Strahlung, und indirekt als Kondensationskerne für die Wolkenbildung oder durch die Veränderung der optischen Eigenschaften und der Lebensdauer von Wolken.
Akklimatisierung
Die physiologische Anpassung an klimatische Schwankungen.
Albedo
Der Anteil der Sonnenstrahlung, der an einer Oberfläche oder an einem Körper reflektiert wird, oft in Prozent angegeben. Schneebedeckte Oberflächen haben eine hohe Albedo; die Albedo von Böden reicht von hoch bis tief; pflanzenbedeckte Oberflächen und Ozeane haben eine tiefe Albedo. Die Albedo der Erde variiert hauptsächlich wegen unterschiedlicher Bewölkung, Schnee-, Eis-, oder Laubbedeckung und Landnutzungsänderungen.
Allgemeines Zirkulationsmodell (GCM)
Siehe Klimamodell.
AMAP
Arctic Monitoring and Assessment Programme
Annex B-Länder
Gruppe von Ländern, die im Anhang B des Kyoto-Protokolls aufgeführt sind und die sich über ein Ziel ihrer Treibhausgasemissionen geeinigt haben, inklusive alle Annex I-Länder (wie 1998 ergänzt) außer der Türkei und Weißrussland.
Annex I-Länder
Die Gruppe von Ländern, die im Anhang I (wie 1998 ergänzt) der UNFCCC aufgeführt ist und alle OECD-Staaten sowie Transformationsländer umfasst. In Artikel 4.2 (a) und 4.2 (b) der UNFCCC verpflichten sich die Annex I-Länder ausdrücklich, bis zum Jahr 2000 individuell oder gemeinsam zum Niveau ihrer Treibhausgasemissionen von 1990 zurückzukehren. Die anderen Länder werden automatisch als Nicht-Annex I-Länder bezeichnet.
Anpassung
Initiativen und Maßnahmen, um die Empfindlichkeit natürlicher und menschlicher Systeme gegenüber tatsächlichen oder erwarteten Auswirkungen der Klimaänderung zu verringern. Es können verschiedene Arten von Anpassungen unterschieden werden, darunter vorausschauende und reaktive, private und öffentliche, autonome und geplante Anpassung. Beispiele sind unter anderem die Erhöhung von Fluss- und Küstendeichen, der Einsatz von Pflanzen, die besser mit Temperaturschocks umgehen können, anstelle von empfindlichen, usw.
Anpassungsfähigkeit
Die Gesamtheit der Fähigkeiten, Ressourcen und Institutionen eines Landes oder einer Region, um wirksame Anpassungsmaßnahmen umzusetzen.
Antarktische Divergenz
Meereszone im Scherbereich zwischen dem Oberflächenwasser der Westwinddrift (wird von den vorherrschenden Winden nach Norden abgelenkt) und der Ostwinddrift (strömt Richtung Süden). Hier wird Oberflächenwasser aus der Zone zwischen den beiden Windsystemen abgezogen. In diesem Bereich strömt wärmeres Tiefenwasser nach.
Antarktische Konvergenz
Die Antarktische Konvergenz ist eine etwa 40km breite Zone im Wasser, in der kalte, nördlich fließende Strömungen unter wärme Wasserschichten sinken. Hier verändert sich nicht nur die Temperatur des Ozeans, sondern auch seine chemische Zusammensetzung. Diese zirkumpolare Zone liegt bei etwa 50 Grad südliche Breite und markiert die Nordgrenze des Südpolarmeeres.
Antarktisvertrag
Der internationale Rahmen für die Erforschung der Antarktis wurde am 1.12.1959 von 12 Gründerstaaten unterzeichnet und am 23.6.1961 in Kraft gesetzt. Vollmitglieder müssen eine ganzjährig besetzte Forschungsstation in der Antarktis betreiben, daneben gibt es nicht stimmberechtigte Mitglieder. Der Vertrag wurde für die Dauer von 30 Jahren abgeschlossen, und 1991 verlängert.
Annular Modes
Bevorzugte Änderungsmuster der atmosphärischen Zirkulation, welche den Änderungen der zonal gemittelten Westströmung in den mittleren Breiten entspricht. Der "Northern Annular Mode" ist stark mit der Nordatlantischen Oszillation korreliert. Der "Southern Annular Mode" tritt in der Südhemisphäre auf. Die Veränderungen der Westströmung in den mittleren Breiten ist auch als "zonale Strömungsschwingung" bekannt und durch einen "zonalen Index" definiert.
Anthropogen
Vom Menschen verursacht oder produziert.
anthropogene Emissionen
Emissionen von Treibhausgasen oder deren Vorläufern und von Aerosolen, die mit menschlichen Aktivitäten in Verbindung stehen. Hierzu zählen die Verbrennung fossiler Brennstoffe, Rodung, Landnutzungsänderungen, Viehherden, Düngung usw. die zu einer Nettoerhöhung der Emissionen führen.
AOGCM
Allgemeines Atmosphären-Ozean-Zirkulationsmodell (Atmosphere Ocean General Circulation Model)
Aquakultur
Gelenkte Kultivierung von Wasserpflanzen oder -tieren, wie Lachs oder Schalentiere, die zu Ertragszwecken gehalten werden.
Äquivalente Kohlendioxid (CO)-Konzentration
Die Konzentration von Kohlendioxid, welche den gleichen Strahlungsantrieb wie eine vorgegebene Mischung von Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen verursachen würde.
AR4
Vierter Sachstandsbericht des IPCC (Fourth Assessment Report)
Atmosphäre
Die gasförmige Hülle, welche die Erde umgibt. Die trockene Atmosphäre besteht fast gänzlich aus Stickstoff (78.1 Volumenprozent) und Sauerstoff (20.9 Volumenprozent), zusammen mit einer Anzahl von Spurengasen wie Argon (0.93 Volumenprozent), Helium und strahlungsaktiven Treibhausgasen wie Kohlendioxid (0.035 Volumenprozent) und Ozon. Zusätzlich enthält die Atmosphäre Wasserdampf, dessen Menge stark schwankt, aber typischerweise bei 1 Volumenprozent liegt. Die Atmosphäre enthält auch Wolken und Aerosole.
Aufforstung
Die direkte, durch den Menschen eingeleitete Umwandlung von Land, das für mindestens 50 Jahre nicht bewaldet war, in Wald durch Pflanzung, Aussaat und/oder die Förderung von natürlichen Saatquellen. Siehe auch Wiederaufforstung und Entwaldung.
Aufnahme
Die Zugabe von wichtigen Stoffen in einen Speicher. Die Aufnahme von kohlenstoffhaltigen Substanzen, insbesondere Kohlendioxid, wird im Englischen oft mit "sequestration" bezeichnet.
Auftriebsgebiete
Auftriebsgebiete der Ozeane zählen zu den fruchtbarsten Regionen der Erde. Sie liegen meist an den Westküsten der Kontinente und entstehen, wenn kalte Meeresströme in Richtung Äquator getrieben werden. Wenn nun Küstenwinde das wärmere, nährstoffreiche Oberflächenwasser aufs offene Meer treiben, strömt das kalte, sauerstoffreiche Tiefenwasser nach oben (Auftrieb). Diese Mischung bildet die ideale Nahrungsgrundlage für das pflanzliche Plankton und für Kleinstlebewesen. Dieses üppige Angebot zieht riesige Fischschwärme an. Auftriebsgebiete machen nur einen winzigen Anteil an der Meeresoberfläche aus, bilden aber die Hauptfanggründe für die Fischerei.
Aurora
Die "Aurora Australis", oder "südliche Dämmerung", kurz Südlicht ist das Gegenstück zum Nordlicht der Arktis. Am Nord- und Südpol reichen die magnetischen Kraftlinien auf die Erde herunter. Die Magnetosphäre hat polare Löcher, der Sonnenwind dringt entlang der magnetischen Kraftlinien in die Atmosphäre der Pole ein.
Äußere Antriebe
Äußere Antriebe beziehen sich auf eine Antriebskraft außerhalb des Klimasystems, die eine Änderung im Klimasystem verursacht. Vulkanausbrüche, Solare Schwankungen sowie anthropogene Änderungen in der Zusammensetzung der Atmosphäre und Landnutzungsänderungen sind äußere Antriebe.
Bassin/Becken
Das Wassereinzugsgebiet von Bächen, Flüssen oder Seen.
Baumringe
In einem Querschnitt eines Stammes einer Holzpflanze sichtbare konzentrische Ringe von Sekundärholz. Der Unterschied zwischen dem dichten kleinzelligen Holz der einen Saison und dem breitzelligen frühen Holz des darauffolgenden Frühjahrs erlaubt die Bestimmung des Alters des Baumes. Die Breite und Dichte der Ringe kann mit Klimaparametern wie Temperatur und Niederschlag in Verbindung gebracht werden.
Benchmark (Bezugsgröße für den Leistungsvergleich)
Eine messbare Variable, die als Bezugsgröße oder Referenzwert bei der Leistungsbeurteilung einer Organisation herangezogen wird. Benchmarks können aus internationaler Erfahrung oder aus der anderer Organisationen oder aus rechtlichen Anforderungen bezogen werden und werden oft genutzt, um Leistungsänderungen über die Zeit abzuschätzen.
Benthos
Gesamtheit der am und im Gewässerboden (Benthal) lebenden Organismen.
Bioenergie
Aus Biomasse gewonnene Energie
Biofilter
Biofilter sind Filter, die biologisches Material nutzen, um Verunreinigungen zu filtern oder chemisch umzuwandeln, wie z.B. die Oxidation von Methan zu CO
biologische Vielfalt
Die Variabilität unter Lebewesen jeglicher Herkunft, unter anderem aus Land-, Meeres- und anderen aquatischen Ökosystemen, sowie die ökologischen Komplexe, deren Teil sie sind. Dies schließt Vielfalt innerhalb von Arten, unter verschiedenen Arten und von Ökosystemen mit ein.
Biolumineszenz
Aussenden von Licht bei verschiedenen Organismen z.B. Euphausiacea und Tiefseefische.
Biom
Ein bedeutendes und vornehmlich regionales Element der Biosphäre, das üblicherweise aus mehreren Ökosystemen (z.B. Wäldern, Flüssen, Teichen, Sümpfen) und innerhalb einer Region, in dem ein bestimmtes Klima herrscht, besteht. Biome sind durch typische Pflanzen- und Tiergemeinschaften charakterisiert.
Biomasse
Die gesamte Masse an lebenden Organismen in einem bestimmten Gebiet oder von einer bestimmten Art, üblicherweise als Trockengewicht angegeben; organisches Material, das aus Lebewesen besteht oder kürzlich daraus gewonnen wurde (besonders, wenn als Brennstoff betrachtet), ausgenommen Torf. Dies schließt Produkte, Nebenprodukte und Abfälle aus solchem Material mit ein. Zellulose Biomasse ist Biomasse aus Zellulose, dem primären strukturellen Bestandteil von Pflanzen und Bäumen.
Biosphäre (terrestrische und marine)
Der Teil des Systems der Erde, der alle Ökosysteme und lebenden Organismen in der Atmosphäre, auf dem Land (terrestrisch) oder im Meer (marin) umfasst, inklusive totes organisches Material auf dem Land und im Wasser.
Biotreibstoff
Jeglicher flüssiger, gasförmiger oder fester Brennstoff, der aus pflanzlichem oder tierischem organischem Material hergestellt ist. Z.B. Sojaöl, Alkohol aus vergorenem Zucker, Schwarzlauge aus der Papierherstellung, Holz als Brennstoff, usw. Biostoffe zweiter Generation sind Produkte wie Ethanol und Biodiesel, die über chemische oder biologische Verfahren aus lignozelluloser Biomasse gewonnen werden.
Biozönose
Lebensgemeinschaft aller Pflanzen und Tiere in einem Lebensraum.
BIP
Bruttoinlandsprodukt
Bonner Beschluss
Der Bonner Beschluss ("Bonn Agreement") war das zentrale Ergebnis der Fortsetzung der 6. Vertragsstaatenkonferenz im Juli 2001 in Bonn. In dieser politischen Entscheidung haben die verhandelnden Minister zu allen wesentlichen Fragen der Ausgestaltung des Kyoto-Protokolls Kompromisse geschlossen. Mit dem Bonner Beschluss ist das Kyoto-Protokoll ratifizierbar geworden.
BMU
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit
Bottom up-Modelle
Modelle, die die Wirklichkeit abbilden, indem sie Charakteristika bestimmter Aktivitäten und Abläufe aggregieren, wobei technologische, technische und kostentechnische Details mit einbezogen werden. Siehe auch Top down-Modelle.
Brennstoffsubstitution
Im Allgemeinen der Einsatz von Brennstoff A anstelle von Brennstoff B. Im Rahmen von Klimaänderungsdiskussionen wird stillschweigend davon ausgegangen, dass Brennstoff A einen niedrigeren Kohlenstoffgehalt als Brennstoff B hat, z.B. Erdgas statt Kohle.
Bruttoinlandsprodukt
Die Summe des durch in- und ausländische Hersteller erzeugten Bruttomehrwerts (zu Einkaufspreisen) im Wirtschaftssystem, zuzüglich aller Steuern und abzüglich jeglicher Subventionen, die nicht im Wert der Produkte enthalten sind, in einem Land oder einer geographischen Region für einen bestimmten Zeitraum, normalerweise ein Jahr. Es wird ohne Abzug für Wertverlust von hergestellten Gütern oder die Ausbeutung und Degradation von natürlichen Ressourcen berechnet.
Cholera
Eine durch Wasser übertragene Darmerkrankung, die durch ein Bakterium (Vibrio cholerae) verursacht wird und zu wässrigem Stuhl (Durchfall), Bauchkrämpfen und eventuell zu einem durch Austrocknung oder Schock ausgelösten Kollaps führt.
Clean Development Mechanism (CDM)
Der CDM wird in Artikel 12 des Kyoto-Protokolls definiert und verfolgt zwei Ziele: (1) Unterstützung der Parteien, die in AnnexI nicht enthalten sind, damit diese eine nachhaltige Entwicklung verfolgen und zur Erfüllung der Konventionsziele beitragen können; (2) Unterstützung der in Anhang I enthaltenen Parteien, damit diese ihre quantifizierten Emissionsbeschränkungen und -reduktionen erfüllen können, zu denen sie sich verpflichtet haben. Zertifizierte Emissionsreduktionen von CDM- Projekten, die in Nicht-Annex I-Ländern durchgeführt werden und Treibhausgasemissionen einschränken oder reduzieren, können, falls sie von den durch die Vertragsstaatenkonferenz (COP) eingesetzten Organen zertifiziert worden sind, dem Investor (Staatsverwaltung oder Industrie) aus Annex B-Ländern angerechnet werden. Ein Teil des Erlöses aus solchen zertifizierten Projektaktivitäten wird gebraucht, um Ausgaben für die Administration zu decken und um von der Klimaänderung besonders bedrohte Entwicklungsländer bei der Deckung der Anpassungskosten zu unterstützen.
C
Kohlenstoff
CCS
Kohlendioxidabtrennung und -speicherung (Carbon Capture and Storage)
CDM
Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung (Clean Development Mechanism)
CH4
Methan
CO2
Kohlendioxid
CO2-Äquivalent
Siehe Äquivalente Kohlendioxidkonzentration.
Compliance
engl.: für Erfüllungskontrolle; System, das die Einhaltung der Reduktionsverpflichtungen kontrolliert und Maßnahmen und Sanktionen für den Fall vorsieht, dass ein Land seinen im Kyoto-Protokoll niedergelegten Emissionsreduktionsverpflichtungen nicht nachkommt.
Deponie
Müllhalde, auf der fester Müll unter, auf oder über Bodenniveau gelagert wird. Beschränkt auf angelegte Gelände mit Abdeckmaterialien, kontrollierter Platzierung des Mülls und Behandlung von Flüssigkeiten und Gasen. Dies schließt unkontrollierte Müllablagerungen aus.
Diatomeen
Kieselalgen, die wichtigsten photosyntesetreibenden Einzeller des Südpolarmeeres. Sie besitzen eine kieselsäurehaltige Schale und kommen in enormen Dichten vor.
Diskontierung (Abzinsung)
Eine mathematische Operation, die Geld- (oder andere) Mengen, die zu verschiedenen Zeitpunkten (Jahren) erhalten oder ausgegeben wurden, vergleichbar macht. Der Operator nutzt eine feste oder möglicherweise eine von Jahr zu Jahr variierende Diskontrate (>0), die zukünftige Werte heute weniger wertvoll erscheinen lässt. In einem deskriptiven Diskontierungsansatz akzeptiert man die Diskontraten, die Menschen (Anleger und Investoren) tatsächlich in ihren tagtäglichen Entscheidungen anwenden (private Diskontrate). In einem präskriptiven Diskontierungsansatz (ethisch oder normativ) wird die Diskontrate aus gesellschaftlicher Sicht festgelegt, z.B. auf der Grundlage einer ethischen Einschätzung zu den Interessen zukünftiger Generationen (soziale Diskontrate).
Diskontrate
Das Ausmaß in dem der heutige Konsum bei konstant gehaltenen Preisen dem Konsum im Folgejahr vorgezogen wird, aber bei durchschnittlichen Einkünften, welche in Übereinstimmung mit dem BIP pro Kopf steigen.
Dürre
In allgemeinen Worten ist eine Dürre eine "verlängerte Absenz von oder ein markanter Mangel an Niederschlägen", ein "Mangel, der zu Wasserknappheit für gewisse Aktivitäten oder gewisse Gruppen führt", oder ein "genügend langer Zeitabschnitt von außerordentlich trockenem Wetter, so dass der Niederschlagsmangel ein ernsthaftes hydrologisches Ungleichgewicht verursacht". Dürre wurde auf verschiedene Arten definiert. Landwirtschaftliche Dürren bezieht sich auf Feuchtigkeitsdefizite ungefähr im obersten Meter des Bodens (die Wurzelzone), der die Nutzpflanzen beeinflusst; meteorologische Dürren sind hauptsächlich anhaltende Niederschlagsdefizite; hydrologische Dürren beziehen sich auf unterdurchschnittlichen Abfluss, See- oder Grundwasserspiegel. Eine Megadürre ist eine sich lange hinziehende und verbreitete Dürre, die viel länger als normal dauert, üblicherweise ein Jahrzehnt oder mehr.
Einspeisevergütung
Der Preis pro Stromeinheit, den ein Kraftwerk oder Stromlieferant für verteilte oder erneuerbare Energie zahlen muss, die von anderen Erzeugern ins Netz eingespeist wurde. Die Vergütungsrate wird von einer öffentlichen Behörde festgelegt.
Eisalgen
Sie leben sowohl unter Wasser, als auch auf Schnee- und Eisflächen. Die marinen Arten bilden während des Polarsommers einen grünbraunen Belag an der Unterseite von Treibeis und Eisbergen. Auf dem Land färben Schneealgen Firnflächen rötlich bis gelblich.
Eiskappe
Eine kuppelförmige Eismasse, die normalerweise ein Hochland bedeckt, und die ein beträchtlich kleineres Ausmaß hat als ein Eisschild.
Eisbohrkern
Ein aus einem Gletscher oder Eisschild gebohrter Zylinder aus Eis.
Eisschild
Eine Landeismasse, die genügend mächtig ist, um den größten Teil der Topographie des darunterliegenden Gesteinsuntergrundes zu überdecken, so dass ihre Form hauptsächlich durch ihre innere Dynamik bestimmt ist (der Eisstrom durch innerliche Verformung und/oder Gleiten auf dem Untergrund). Ein Eisschild fließt von einem hohen Zentralplateau aus mit einer geringen durchschnittlichen Oberflächenneigung nach außen. Die Ränder fallen normalerweise steiler ab, und das Eis wird durch schnell fließende Eisströme oder Ausfluss-Gletscher abgesetzt, in manchen Fällen ins Meer oder in Schelfeis, welches auf dem Meer schwimmt. Es gibt nur drei große Eisschilder in der modernen Welt einen auf Grönland und zwei in der Antarktis, der Ost- und der Westantarktische Eisschild, getrennt durch die Transantarktischen Berge. Während den Eiszeiten gab es noch weitere Eisschilde.
Eiszeit
Eine Eiszeit oder glaziale Zeitspanne ist durch eine langfristige Reduktion der Temperatur des Erdklimas charakterisiert, die zu einem Wachstum der kontinentalen Eisschilder und der Gebirgsgletscher (Vergletscherung) führt.
EMIC
Erdsystemmodell mittlerer Komplexität (Earth System Model of Intermediate Complexity)
Emissionshandel
Ein marktkonformer Ansatz zur Erreichung von klimapolitischen Zielen. Er besteht darin, dass diejenigen Parteien, die ihre Treibhausgasemissionen unter das vorgeschriebene Niveau senken, ihre "überschüssigen" Rechte auf Emissionen handeln können, um Emissionen aus einer anderen Quelle im In- oder Ausland auszugleichen. Im Allgemeinen kann der Handel innerhalb eines Unternehmens, eines Landes oder international erfolgen. Der zweite Sachstandsbericht des IPCC (SAR) hat die Konvention übernommen, den Begriff "Lizenzen" für Binnen- und "Quoten" für internationale Handelssysteme zu verwenden. Emissionshandel ist in Artikel 17 des Kyoto-Protokolls als ein System handelbarer Quoten definiert, das auf den zugeteilten Emissionsmengen basiert, die aus den Emissionsminderungs- und Beschränkungsverpflichtungen errechnet wurden, wie sie in Annex B des Protokolls aufgeführt sind.
Emissionsreduktionsverpflichtungen
Im Kyoto-Protokoll sind für die erste Verpflichtungsperiode (2008-2012) verbindliche Pflichten der Industrieländer zur Begrenzung und Minderung ihrer Treibhausgasemissionen festgelegt. In Annex B des Protokolls ist festgehalten, dass folgende Staaten ihre Treibhausgasemissionen bezogen auf 1990 wie folgt begrenzen: Bulgarien, Estland, alle EU-Staaten, Lettland, Litauen, Monaco, Rumänien, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Tschechien: -8%, USA: -7%, Japan, Kanada, Polen, Ungarn: - 6%, Kroatien: - 5%, Neuseeland, Russland, Ukraine: +/- 0%, Norwegen: +1%, Australien: +8%, Island: +10%. Dies bedeutet eine Gesamtreduktion der Treibhausgasemissionen in den genannten Ländern um -5,2%. Die Staaten der Europäischen Union haben in einer so genannten EU-Lastenverteilung ihre Reduktionsverpflichtungen neu verteilt.
Emissionsszenario
Eine plausible Darstellung der zukünftigen Entwicklung der Emissionen von Substanzen, die möglicherweise strahlungswirksam sind (z.B. Treibhausgase, Aerosole), basierend auf einer kohärenten und in sich konsistenten Reihe von Annahmen über die zugrundeliegenden Kräfte (wie demographische und sozioökonomische Entwicklung oder Technologiewandel) und deren Schlüsselbeziehungen. Von Emissionsszenarien abgeleitete Konzentrationsszenarien werden als Vorgabe für die Berechnung von Klimaprojektionen mit Klimamodellen eingesetzt. IPCC (1992) präsentierte eine Reihe von Emissionsszenarien, die als Basis für die Klimaprojektionen in IPCC (1996) dienten. Diese Emissionsszenarien werden als die IS92-Szenarien bezeichnet. Im IPCC- Sonderbericht zu Emissionsszenarien (Nakicenovic et al., 2000) wurden neue Emissionsszenarien, die sogenannten SRES-Szenarien, veröffentlicht. Einige dieser Szenarien wurden unter anderen als Basis für die Klimaprojektionen in IPCC (2001) und im IPCC (2007) verwendet. Für die Bedeutung einiger mit diesen Szenarien verbundener Begriffe, siehe SRES-Szenarien.
Emissionstrajektorien
Dies sind Projektionen zukünftiger Emissionspfade oder beobachtete Emissionsmuster.
Emissionszertifikat
Ein Emissionszertifikat stellt eine nicht-übertragbare oder handelbare Genehmigung für die Emission einer bestimmten Menge einer Substanz dar, die einer juristischen Person (Firma oder anderem Emittenten) durch eine Regierung zugewiesen wird. Ein handelbares Zertifikat ist ein wirtschaftliches Instrument, im Rahmen dessen die Rechte zum Ausstoß von Verschmutzung - in diesem Fall einer Menge an Treibhausgasemissionen - über einen entweder freien oder geregelten Zertifikatsmarkt ausgetauscht werden können.
Endemisch
Bedeutet, auf eine örtliche Lage oder eine Region eingeschränkt oder für eine örtliche Lage oder Region eigentümlich. Im Hinblick auf die menschliche Gesundheit kann sich endemisch auf eine Krankheit oder einen Erreger beziehen, die/der vorhanden oder üblicherweise ständig in einer Population oder in einem geographischen Gebiet verbreitet ist.
Energie
Die gelieferte Menge anArbeit oder Wärme. Energie wird in eine Vielzahl von Arten unterteilt und wird für den Menschen nutzbar wenn sie von einem Ort zum anderen fließt oder von einer Art in die andere umgewandelt wird. Primärenergie (auch als Energiequellen bezeichnet) ist die Energie, die in natürlichen Ressourcen (z.B. Kohle, Rohöl, Erdgas, Uran) enthalten ist und keinerlei Umwandlung durch den Menschen erfahren hat. Sie wird durch Reinigung (Erdgas), Raffination (Öl in Ölprodukte) oder durch Umwandlung in Strom oder Wärme zu Sekundärenergie. Wird die Sekundärenergie an die Einrichtungen der Endverbraucher geliefert, so heißt sie Endenergie (z.B. Strom in der Steckdose), wo sie zur nutzbaren Energie (z.B. Licht) wird. Täglich liefert die Sonne große Mengen an Energie als Regen, Wind, Strahlung usw. Ein Anteil wird in Biomasse oder Flüssen gespeichert, die durch den Menschen nutzbar gemacht werden können. Ein anderer Teil ist direkt nutzbar wie Tageslicht, Belüftung, Umgebungswärme.
Energiebilanz
Die Differenz zwischen der gesamten einfallenden und abgestrahlten Energie. Wenn diese Bilanz positiv ist, tritt Erwärmung auf; wenn sie negativ ist, erfolgt Abkühlung. Rund um die Erde und über einen längeren Zeitraum gemittelt muss die Energiebilanz null sein. Weil das Klimasystem praktisch die gesamte Energie von der Sonne erhält, impliziert dieses Gleichgewicht, dass global gesehen die Menge der einfallenden Sonnenstrahlung im Schnitt gleich groß sein muss wie die Summe der reflektierten Sonnenstrahlung und der vom Klimasystem ausgesandten thermischen Infrarotstrahlung. Eine Störung dieses globalen Strahlungsgleichgewichts, sei sie anthropogen oder natürlich verursacht, wird Strahlungsantrieb genannt.
Energiedienstleistungsunternehmen
Ein Unternehmen, das Endverbrauchern Energiedienstleistungen anbietet und zu erreichende Energieersparnisse garantiert, indem diese direkt an die Vergütung gekoppelt werden, sowie den Betrieb des Energiesystems finanziert oder bei Suche nach Finanzierung hilft, und eine fortwährende Rolle in der Überwachung von Ersparnissen über den Finanzierungszeitraum beibehält.
Epiphytisch
Organismen, die auf Pflanzen leben ohne zu schmarotzen, leben epiphtisch. Beispiele sind Algen, Flechten oder Moose.
Erneuerbare Energie
Wird aus den anhaltenden oder sich wiederholenden Energieströmen in der Natur gewonnen und schließt sowohl kohlendioxidfreie Technologien wie Solarenergie, Wasserkraft, Wind, Gezeiten und Wellen und Erdwärme als auch kohlendioxidneutrale Technologien wie Biomasse mit ein.
Energieeffizienz
Das Verhältnis von Energieertrag zu Energieeinsatz in einem System, einem Umwandlungsprozess oder einer Aktivität.
Energieintensität
Energieintensität ist das Verhältnis von Energieverbrauch zu wirtschaftlicher Produktionsleistung. Auf nationaler Ebene stellt die Energieintensität das Verhältnis des gesamten nationalen Primärenergieverbrauchs oder Endenergieverbrauchs zum Bruttoinlandsprodukt dar. Siehe auch spezifischer Energieverbrauch.
Energiesicherheit
Die verschiedenen Sicherheitsmaßnahmen, die ein bestimmtes Land oder die Weltgemeinschaft als Ganzes treffen muss, um eine angemessene Energieversorgung aufrecht zu erhalten.
Entwaldung
Natürlicher oder anthropogener Prozess, der Waldgebiete in Nicht-Wald umwandelt. Siehe Aufforstung und Wiederaufforstung.
Entwicklungspfad
Eine Entwicklung auf der Grundlage einer Anordnung von technologischen, wirtschaftlichen, sozialen, institutionellen, kulturellen und biophysikalischen Eigenschaften, die die Wechselwirkungen zwischen menschlichen und natürlichen Systemen über die Zeit in einem bestimmten Maßstab bestimmen, einschließlich der Produktions- und Verbrauchsmuster in allen Ländern. Alternative Entwicklungspfade beziehen sich auf verschiedene mögliche Entwicklungstrajektorien, wovon die Fortsetzung derzeitiger Trends nur einen unter vielen Pfaden darstellt.
Erdoberflächentemperatur
Siehe Globale Erdoberflächentemperatur, Meeresoberflächentemperatur.
Erdkruste
Äußere, feste Schicht der Erde, mit einer durchschnittlichen Mächtigkeit von 35 - 40 km.
Erkennung und Zuordnung
Das Klima ändert sich ständig auf allen Zeitskalen. Die Erkennung einer Klimaänderung ist das Verfahren, mit dem aufgezeigt wird, dass sich das Klima in einem bestimmten statistischen Sinn geändert hat, ohne einen Grund für diese Änderung zu nennen. Die Zuordnung von Gründen für die Klimaänderung ist das Verfahren der Bestimmung der wahrscheinlichsten Gründe für die erkannten Änderungen auf einem bestimmten Vertrauensniveau.
Erosion
Der Prozess des Entfernens und des Transportes von Erde und Gestein durch Verwitterung, Massenabnutzung und unter Einwirkung von Fließgewässern, Gletschern, Wellen, Wind und Grundwasser.
EU-Lastenverteilung (engl.: EU burden sharing)
Die EU hat ihre gemeinsame Reduktionsverpflichtung von -8% in der ersten Verpflichtungsperiode gemäß einer EU-internen Lastenverteilung im Juni 1998 intern neu verteilt. Danach lauten die Reduktionsverpflichtungen und Emissionsobergrenzen der EU-Mitgliedsstaaten bezogen auf ihre 1990er Emissionen: Luxemburg: -28%; Deutschland, Dänemark: -21%; Österreich: -13%; Großbritannien: -12,5%; Belgien: -7,5%; Italien: -6,5%; Niederlande: -6%; Finnland, Frankreich: +/-0%; Schweden: +4%; Irland: +13%; Spanien: +15%; Griechenland: +25%; Portugal: +27%.
Euphausiacea
Leuchtkrebse, diese marinen Krebstiere mit freiliegenden Kiemen sind größtenteils Filtrierer und haben die Fähigkeit der Biolumineszenz.
Euphausiacea superba
Die häufigste Art im Südpolarmeer, bekannt unter dem Namen Krill, siehe Krill.
Externe Effekte
Externe Effekte entstehen aus menschlicher Aktivität, wenn die für die Aktivität Verantwortlichen die Folgen der Aktivität auf die Herstellungs- und Verbrauchsmöglichkeiten anderer nicht vollständig in Rechnung ziehen und kein Ausgleich für diese Folgen besteht. Sind die Folgen negativ, spricht man von externen Kosten, sind sie positiv, von externen Gewinnen.
Extremes Wetterereignis
Ein extremes Wetterereignis ist ein Ereignis, das an einem bestimmten Ort und zu einer bestimmten Jahreszeit selten ist. Die Definitionen für "selten" variieren, aber ein extremes Wetterereignis wäre normalerweise so selten wie oder seltener als das 10- oder 90%-Perzentil der beobachteten Wahrscheinlichkeitsverteilung. Per Definition kann die Charakteristik von so genanntem "Extremwetter" absolut gesehen von Ort zu Ort unterschiedlich sein. Einzelne Extremereignisse können nicht einfach und direkt der anthropogenen Klimaänderung zugeordnet werden, da immer eine begrenzte Chance besteht, dass das betreffende Ereignis natürlicherweise hätte auftreten können. Wenn ein Muster von extremem Wetter über eine bestimmte Zeitspanne, z.B. eine Saison, bestehen bleibt, kann es als "extremes Klimaereignis" klassiert werden, vor allem wenn es ein Mittel bzw. eine Summe aufweist, die seinerseits bzw. ihrerseits extrem ist (z.B. eine Dürre oder Starkniederschlag während einer ganzen Saison).
FAQ
häufig gestellte Fragen (Frequently Asked Questions)
FDI
ausländische Direktinvestitionen
FE&D
Forschung, Entwicklung und Demonstration
FCKW
Fluorchlorkohlenwasserstoff FKWs (vollständig substituierte Fluor-Kohlenstoffverbindungen) Gehören zu den sechs Treibhausgasen, deren Ausstoß laut dem Kyoto-Protokoll gemindert werden soll. Es sind Nebenprodukte aus derAluminiumschmelzung und Urananreicherung. Darüber hinaus ersetzen sie FCKWs bei der Herstellung von Halbleitern. Das globale Erwärmungspotenzial von FKWs beträgt 6500-9200.
Flexible Mechanismen
Das Kyoto-Protokoll sieht drei Instrumente vor, die den Vertragsstaaten Flexibilität bei der Umsetzung ihrer Reduktionsziele erlauben: Emissionshandel, Joint Implementation (gemeinsam durchgeführte Projekte zwischen Industrieländern) und Clean Development Mechanism (Projekte zur Emissionsreduktion in Entwicklungsländern). Der Grundgedanke aller drei flexiblen Mechanismen ist, dass die Annex-B-Länder ihre Reduktionsverpflichtungen teilweise im Ausland erbringen können.
Fossile Brennstoffe
Kohlenstoffbasierte Brennstoffe aus fossilen Kohlenwasserstoffablagerungen, einschließlich Kohle, Torf, Öl und Erdgas.
Fossile Brennstoff-Emissionen
Emissionen von Treibhausgasen (insbesondere Kohlendioxid), die aus der Verbrennung von Brennstoffen aus fossilen Kohlenstofflagerstätten, einschliesslich Kohle, Erdöl und Erdgas stammen.
Freiwilliges Abkommen
Ein Abkommen zwischen einer Regierungsbehörde und einer oder mehreren privaten Parteien, um Umweltziele zu erreichen oder die Umweltverträglichkeit über die Erfüllung von vorgeschriebenen Verpflichtungen hinaus zu steigern. Nicht alle freiwilligen Abkommen sind wirklich freiwillig; einige beinhalten Belohnungen und/oder Strafen in Verbindung mit dem Beitritt oder der Erfüllung von Verpflichtungen.
Freiwilliges Handeln
Informelle Programme, Selbstverpflichtungen und Erklärungen, bei denen die Parteien (einzelne Unternehmen oder Unternehmensgruppen), die der Aktion beitreten, ihre eigenen Ziele setzen und oft selbst überwachen und Bericht erstatten.
10°C-Isotherme
Die Arktis wird üblicherweise definiert als das Gebiet, das sich innerhalb, also nördlich des Polarkreises auf der Breite 66°30' N befindet. Die Breite definiert die Grenze, innerhalb der die Mitternachtssonne zu sehen ist. Eine weitere Definition der Arktis bestimmt diese als das Gebiet, das sich innerhalb der 10°C-Isotherme befindet. Unter der 10°C-Isotherme versteht man eine gedachte Linie, die alle Orte im Hochsommer mit einer mittleren Temperatur von unter 10°C verbindet. Sie bildet in etwa auch die nördliche Baumgrenze.
G77 - Die Gruppe der 77
Die Gruppe der 77 (G77) ist ein loser Zusammenschluss von Staaten der Dritten Welt. Die Vereinigung wurde 1964 im Verlauf der ersten Welthandelskonferenz (UNCTAD) gegründet und hat mittlerweile 131 Mitglieder. Aus dem losen Zusammenschluss folgt eine relativ schwache Institutionalisierung: Ein jährlich stattfindendes Ministertreffen in New York fasst die Grundsatzbeschlüsse, die von einem Koordinierungsausschuss an regionale Untergruppen in Genf, Nairobi, Paris, Rom und Wien weitergegeben werden. Hauptziel der G77 ist es, die Position der Entwicklungsländer auf dem Weltmarkt zu verbessern und durch gemeinsames Auftreten eine stärke Verhandlungsposition auf den UNFCCC-Klimakonferenzen und den Welthandelskonferenzen zu haben. Die Gruppe verfasst gemeinsame Erklärungen zu entwicklungspolitischen und weltwirtschaftlichen Themen wie die "Charta der wirtschaftlichen Rechte der Dritten Welt" und startet eigene handels- und wirtschaftspolitische Programme, z. B. das "Global System of Trade Preferences Among Developing Countries" (GSTP).
GDWV
Grad des wissenschaftlichen Verständnisses
GEF
globale Umweltfazilität (Global Environment Facility)
Gefrorener Untergrund
Boden oder Fels, in welchem ein Teil oder alles Porenwasser gefroren ist. Gefrorener Untergrund schliesst Permafrost ein. Untergrund, der jährlich gefriert und wieder auftaut, wird saisonal gefrorener Untergrund genannt.
Gelegenheiten
Umstände zur Verringerung der Diskrepanz zwischen Marktpotenzial einer beliebigen Technologie oder Praktik und dem wirtschaftlichen oder technischen Potenzial.
Geoengineering/Geotechnik
Technologische Bemühungen zur Stabilisierung des Klimasystems durch direkten Eingriff in den Energiehaushalt der Erde zur Minderung der globalen Erwärmung.
Geologie
Wissenschaft vom Aufbau, von der Zusammensetzung und Struktur der Erde und ihrer Entwicklungsgeschichte sowie der Prozesse, die sie formen.
Gesamtwirtschaftliche Kosten
Diese Kosten werden üblicherweise als Änderungen im Bruttoinlandsprodukt oder im Wachstum des Bruttoinlandsprodukts gemessen, oder als Verlust an Wohlstand oder Konsum.
Glaziologie
Zusammenfassende Bezeichnung für den Forschungszweig, der sich mit sämtlichen Erscheinungsformen des gefrorenen Wassers befasst. Dazu gehören fester Niederschlag, Schneedecke, Eis in sämtlichen Gewässern (Flüsse, Seen und Meere) und am Boden sowie Gletscher. Ziel der Glaziologie ist die Erforschung des Wärme- und Massenhaushaltes, der Entstehung, der Formen, der Wirkung, der Verbreitung sowie der Bewegung des Eises. Die Glaziologie ist in Geowissenschaften wie der Geophysik, Geographie, der (Glazialmorphologie) und der Geologie (Glazialgeologie) von Bedeutung.
Gletscher
Eine Landeismasse, die unter dem Einfluss der Schwerkraft bergab fließt (durch innere Umformung und/oder Gleiten auf dem Untergrund) und durch internen Druck und Reibung auf dem Untergrund und an den Seiten eingegrenzt ist. Ein Gletscher wird durch die Akkumulation von Schnee in höheren Lagen genährt; dies wird durch das Abschmelzen in den tieferen Lagen oder durch das Abbrechen ins Meer wieder ausgeglichen. Siehe Massenbilanz.
Globale Erdoberflächentemperatur
Die globale Erdoberflächentemperatur ist eine Schätzung der globalen mittleren Lufttemperatur an der Erdoberfläche. Für die Berechnung von Änderungen über die Zeit werden allerdings nur Anomalien, d.h. Abweichungen von klimatologischen Mittelwerten, verwendet. Diese werden üblicherweise als flächengewichteter globaler Durchschnitt der Temperaturanomalien an der Meeresoberfläche und der Anomalien der Lufttemperatur über der Landoberfläche berechnet.
Globales Erwärmungspotential (GWP)
Ein auf den Strahlungseigenschaften von gut durchmischten Treibhausgasen beruhender Index, der den über die Zeit integrierten Strahlungsantrieb einer Masseeinheit eines bestimmten gut durchmischten Treibhausgases in der heutigen Atmosphäre im Vergleich zu demjenigen von Kohlendioxid angibt. Das GWP repräsentiert den kombinierten Effekt der unterschiedlichen Zeitdauer, für welche diese Gase in der Atmosphäre verbleiben, und des relativen Wirkungsgrades bei der Absorption der abgehenden thermischen Infrarotstrahlung. Das Kyoto-Protokoll beruht auf GWPs von Impuls-Emissionen in einem 100-Jahr-Zeitrahmen.
Globale Umweltfazilität (engl.:Global Environmental Facility, GEF)
Multilaterales Finanzierungsprogramm der Industrieländer für Umweltprojekte in Entwicklungsländern. Die GEF vergibt im Rahmen der Klimarahmenkonvention, des Montrealer Protokolls zum Schutz der Ozonschicht und der Konvention über die Biologische Vielfalt Zuschüsse und stark verbilligte Kredite für Projekte in Entwicklungsländern. Sie verwaltet dabei u.a. die drei auf der 7. Vertragsstaatenkonferenz von Marrakesch neu eingerichteten Fonds zur Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen in Entwicklungsländern: Den "Special Climate Change Fund", den "Least Developed Countries Fund" sowie den "Kyoto Protocol Adaptation Fund".
Gondwana
Superkontinent, der Südamerika, Afrika, Vorderindien, Australien und die Antarktis umfasste.
Grad des wissenschaftlichen Verständnisses (GDWV)
Dies ist ein Index auf einer fünfstufigen Skala (hoch, mittel, mittel-niedrig, niedrig und sehr niedrig), der dazu dient, den Grad des wissenschaftlichen Verständnisses der Strahlungsantriebs-Kräfte, welche die Klimaänderung beeinflussen, zu charakterisieren. Für jede Kraft beschreibt der Index eine subjektive Einschätzung der Anhaltspunkte zu den physikalisch-chemischen Mechanismen, die den Antrieb bestimmen, und zum Konsens bezüglich der quantitativen Abschätzung und deren Unsicherheiten.
Gt
Gigatonne (1 Milliarde Tonnen)
Halogenkohlenwasserstoffe
Ein Sammelbegriff für die Gruppe von teilweise halogenisierten organischen Substanzen, einschließlich Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKWs), Hydrofluorchlorkohlenwasserstoffe (H- FCKWs) Fluorkohlenwasserstoffe (FKWs), Halone, Methylchlorid, Methylbromid, etc. Viele der Halogenkohlenwasserstoffe haben ein hohes Globales Erwärmungspotential. Die chlor- und bromhaltigen Halogenkohlenwasserstoffe sind auch beim Abbau der Ozonschicht beteiligt.
Handelbares Zertifikat
Siehe Emissionszertifikat
Haushaltsmüll
Abfall aus Verbraucheraktivitäten, z.B. Verpackungsmaterialien, Papier, Glas, Obst- und Gemüsereste usw.
Hemmnis
Jegliches Hindernis bei der Erreichung eines Ziels oder beim Ausschöpfen des Anpassungs- oder Minderungspotenzials, das durch eine politische Strategie, durch ein Programm oder durch eine Maßnahme überwunden werden kann. Der Abbau von Hemmnissen umfasst die direkte Korrektur von Marktfehlern oder die Verringerung von Transaktionskosten im öffentlichen und privaten Sektor, z.B. indem die institutionelle Kapazität verbessert, Risiko und Unsicherheit vermindert, Markttransaktionen erleichtert und regulierende Maßnahmen umgesetzt werden.
H-FCKW
teilhalogenierter Fluorchlorkohlenwasserstoff
H-FKW
teilhalogenierter Fluorkohlenwasserstoff
"heiße Luft" (engl.: "hot air")
In Kyoto wurden einigen Staaten (u.a. Russland, Ukraine) deutlich mehr Emissionsrechte zugebilligt, als sie (aufgrund des Zusammenbruchs der Industrien nach 1990) absehbar benötigen werden. Diese so genannte "heiße Luft" kann per Emissionshandel verkauft werden - mit der Folge, dass Emissionshandel mit diesen Ländern zu mehr Emissionen führt und keine wirklichen Reduktionen erfolgen.
Hybridfahrzeuge
Jedes Fahrzeug, das zwei Antriebe nutzt, insbesondere ein Fahrzeug, das einen internen Verbrennungsmotor mit einem Elektromotor kombiniert.
Hydrosphäre
Ein Teil des Klimasystems, der die flüssige Oberfläche und unterirdisches Wasser umfasst, wie z.B. Ozeane, Meere, Flüsse, Süsswasserseen, Grundwasser, etc.
Industrielle Revolution
Eine Zeitspanne raschen industriellen Wachstums mit weitreichenden sozialen und wirtschaftlichen Folgen, beginnend in Großbritannien in der zweiten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts und sich später auf andere Länder einschließlich der USA ausbreitend. Die Erfindung der Dampfmaschine war ein wichtiger Auslöser dieser Entwicklung. Die industrielle Revolution markiert den Beginn eines starken Anstiegs im Verbrauch fossiler Energieträger und in der Emission insbesondere von fossilem Kohlendioxid. Die Ausdrücke vorindustriell und industriell beziehen sich im IPCC - etwas willkürlich - auf die Zeit vor bzw. nach 1750.
Inlandeis
Die antarktische und grönländische Eiskappe enthalten 99% des Gletschereises der Erde.
Integrale Energiekonzepte für Gebäude
Optimierung von Ausrichtung und Form von Gebäuden und Einsatz von Hochleistungshüllen, um Heiz- und Kühllasten zu minimieren. Passive Techniken zur Kontrolle von Wärmetransfer, Lüftung und Tageslichtzugang verringern die Energielasten weiter. Effiziente mechanische Systeme, die angemessen bemessen und geregelt werden, behandeln die übrigen Lasten. Integrale Energiekonzepte verlangen einen iterativen Entwurfsprozess, der alle größeren Interessensgruppen von den Gebäudenutzern bis zu den Lieferanten der Ausrüstung mit einbezieht, und kann 30-75% Energieersparnis in neuen Häusern zu geringen oder gar keinen zusätzlichen Investitionskosten erbringen.
Intelligente Zähler
Im IPCC Bericht ist mit dem Begriff "intelligenter Zähler" die Anwendung von Informationstechnologie in Gebäuden gemeint, um die effektive Nutzung von Heizung, Lüftung, Klimaanlage und Strom zu regeln. Sie benötigt eine effektive Überwachung von Parametern wie Temperatur, Konvektion, Feuchtigkeit usw. mit angemessenen Kontrollmessungen (smart metering).
Joint Implementation (JI)
Die JI ist ein marktkonformer Umsetzungsmechanismus, der in Artikel 6 des Kyoto-Protokolls definiert wird. Er erlaubt Annex I-Ländern oder Unternehmen aus diesen Ländern, Projekte zur Verminderung der Emissionen oder zum Ausbau von Senken gemeinsam umzusetzen und die Emissionsminderungseinheiten (Emissions Reduction Units) zu teilen. JI-Aktivitäten sind auch im Artikel 4.2(a) der UNFCCC erlaubt.
Kapazitätsaufbau
Im Zusammenhang mit Klimaänderung stellt Kapazitätsaufbau die Entwicklung von technischen und institutionellen Fähigkeiten in Entwicklungs- und Transformationsländern dar. Dies dient dazu, ihre Teilnahme an allen Aspekten der Anpassung an, Minderung von und Forschung über Klimaänderung sowie an der Umsetzung der Kyoto-Mechanismen usw. zu ermöglichen.
Katabatische Winde
Fallwinde. Sie entstehen, wenn kalte Luftmassen von der Inlandeisdecke über steile Hänge zur Küste hinabgleiten und sich dabei erwärmen. Sie folgen häufig auf Perioden mit hoher Wärmeabstrahlung.
Kaufkraftparität (KKP)
Die Kaufkraft einer Währung wird über einen Waren- und Dienstleistungskorb ausgedrückt, der mit einem bestimmten Betrag im eigenen Land erworben werden kann. Der internationale Vergleich von z.B. Bruttoinlandsprodukten verschiedener Länder kann besser auf Basis der Kaufkraft von Währungen als auf der von aktuellen Wechselkursen durchgeführt werden. Auf der Basis von KKP wird oft das pro-Kopf-BIP in Industrienationen höher und das pro Kopf-BIP in Entwicklungsländern niedriger eingeschätzt.
Klima
Klima im engen Sinn ist normalerweise definiert als das "Durchschnittswetter", oder genauer als die statistische Beschreibung des Wetters in Form von Durchschnittswerten und der Variabilität relevanter Größen über eine Zeitspanne im Bereich von Monaten bis Tausenden von Jahren. Der klassische, von der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) definierte Zeitraum sind 30 Jahre. Diese Größen sind meistens Oberflächenvariablen, wie Temperatur, Niederschlag und Wind. Klima im weiteren Sinn ist der Zustand des Klimasystems, einschließlich einer statistischen Beschreibung. In verschiedenen Kapiteln im IPCC Bericht werden auch andere Mittelungsperioden, z.B. Perioden von 20 Jahren, verwendet.
Klimaänderung
Klimaänderung bezieht sich auf jede Änderung des Klimas im Verlauf der Zeit, die aufgrund einer Änderung im Mittelwert oder im Schwankungsbereich seiner Eigenschaften identifiziert werden kann (z.B. mit Hilfe von statistischen Tests), und die über eine längere Periode von typischerweise Jahrzehnten oder noch länger andauert. Klimaänderung kann durch interne natürliche Schwankungen oder durch äußeren Antrieb oder durch andauernde anthropogene Veränderungen in der Zusammensetzung der Atmosphäre oder der Landnutzung zustande kommen. Es ist zu beachten, dass das Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC) im Artikel 1 Klimaänderung definiert als "Änderungen des Klimas, die unmittelbar oder mittelbar auf menschliche Tätigkeiten zurückzuführen sind, welche die Zusammensetzung der Erdatmosphäre verändern, und die zu den über vergleichbare Zeiträume beobachteten natürlichen Klimaschwankungen hinzukommen." Das UNFCCC unterscheidet also zwischen Klimaänderung verursacht durch die Veränderung der Zusammensetzung der Atmosphäre aufgrund menschlicher Aktivitäten und Klimavariabilität aufgrund natürlicher Ursachen. Siehe auch Klimavariabilität, Erkennung und Zuordnung.
Klimamodell
Eine numerische Darstellung des Klimasystems, die auf den physikalischen, chemischen und biologischen Eigenschaften seiner Bestandteile, seinen Wechselwirkungen und Rückkopplungsprozessen basiert und alle oder einige seiner bekannten Eigenschaften berücksichtigt. Das Klimasystem kann von Modellen unterschiedlicher Komplexität dargestellt werden, d.h. für jeden Bestandteil oder eine Kombination von Bestandteilen kann ein Modellspektrum oder eine Modellhierarchie bestimmt werden, die sich in Aspekten unterscheidet wie der Anzahl der räumlichen Dimensionen, dem Ausmaß, in welchem physikalische, chemische oder biologische Prozesse explizit dargestellt werden, oder bis zu welchem Grad empirische Parametrisierungen verwendet werden. Gekoppelte allgemeine Atmosphären-Ozean-Meereis-Zirkulationsmodelle (AOGCM) bieten eine Darstellung des Klimasystems, die sich nahe am umfassendsten Ende des derzeit vorhandenen Spektrums befindet. Es gibt eine Entwicklung in Richtung noch komplexerer Modelle mit interaktiver Chemie und Biologie. Klimamodelle werden als Forschungsinstrument verwendet, um das Klima zu untersuchen und zu simulieren, aber auch für operationelle Zwecke, einschließlich monatlicher, saisonaler und jahresübergreifender Klimaprognosen.
Klimaprognose
Eine Klimaprognose oder Klimavorhersage ist das Resultat eines Versuchs, eine Schätzung der effektiven Entwicklung des Klimas in der Zukunft vorzunehmen, z.B. auf saisonaler, jahresübergreifender oder längerfristiger Zeitskala). Weil die zukünftige Entwicklung des Klimasystems stark von den Ausgangsbedingungen abhängen kann, bestehen solche Prognosen in der Regel aus Wahrscheinlichkeitsangaben. Siehe auch Klimaprojektion.
Klimaprojektion
Eine Projektion der Reaktion des Klimasystems auf Emissions- oder Konzentrationsszenarien von Treibhausgasen, Aerosolen oder Strahlungsantriebs-Szenarien, häufig auf Klimamodellsimulationen basierend. Klimaprojektionen werden von Klimaprognosen unterschieden, um zu betonen, dass Klimaprojektionen von den verwendeten Emissions-/Konzentrations- bzw., Strahlungsantriebs- Szenarien abhängen, die auf Annahmen z.B. über zukünftige gesellschaftliche und technologische Entwicklungen beruhen, die nur eventuell verwirklicht werden und deshalb mit erheblichen Unsicherheiten verbunden sind.
Klimarückkopplung
Ein Wechselwirkungs-Mechanismus zwischen Prozessen im Klimasystem wird Klimarückkopplung genannt, wenn die Wirkung eines ersten Prozesses Veränderungen in einem zweiten Prozess auslöst, welcher wiederum den ersten Prozess beeinflusst. Eine positive Rückkopplung verstärkt den ursprünglichen Prozess, eine negative Rückkopplung verkleinert ihn.
Klimasensitivität
In den Berichten des IPCC bezieht sich die (Gleichgewichts-) Klimasensitivität auf die (Gleichgewichts-) Änderung der globalen mittleren Erdoberflächentemperatur als Folge einer Verdoppelung der atmosphärischen CO2-Äquivalent-Konzentration. Aufgrund von rechenbedingten Einschränkungen wird die Gleichgewichts-Klimasensitivität in einem Klimamodell gewöhnlich abgeschätzt, indem ein atmosphärisches allgemeines Zirkulationsmodell mit einem Mischungsschicht- Ozeanmodell gekoppelt wird, da die Gleichgewichts-Klimasensitivität hauptsächlich durch atmosphärische Prozesse bestimmt wird. Effiziente Modelle können mit einem dynamischen Ozean bis zum Gleichgewicht betrieben werden. Die effektive Klimasensitivität ist eine damit verbundene Größe, welche die Bedingung des Gleichgewichts umgeht. Sie wird mit Modellberechnungen evaluiert, die nicht-Gleichgewichts-Bedingungen entwickeln. Sie ist ein Maß für die Stärke der Rückkopplungen zu einer bestimmten Zeit und kann aufgrund der Veränderungen der Einflussfaktoren und des Klimazustandes variieren. Der Klimasensitivitätsparameter (Einheit: °C (Wm-2)-1) bezieht sich auf die Gleichgewichtsänderung des Jahresmittels der Erdoberflächentemperatur aufgrund einer Änderung des Strahlungsantriebs um eine Einheit. Die Übergangs-Klimareaktion ist die Änderung der globalen Erdoberflächentemperatur, gemittelt über eine 20-Jahr-Periode, zentriert auf den Zeitpunkt der Verdopplung des atmosphärischen Kohlendioxids, d.h. im Jahr 70 in einem Experiment mit einem 1%-pro-Jahr-Antstieg des Kohlendioxid-Äquivalents mit einem globalen gekoppelten Klimamodell. Sie ist ein Maß für die Stärke und Geschwindigkeit der Reaktion der Erdoberflächentemperatur auf den Antrieb durch Treibhausgase.
Klimasystem
Das Klimasystem ist ein höchst komplexes System, das aus fünf Hauptbestandteilen besteht: der Atmosphäre, der Hydrosphäre, der Kryosphäre, der Landoberfläche und der Biosphäre sowie den Wechselbeziehungen zwischen diesen Bestandteilen. Das Klimasystem verändert sich über die Zeit unter dem Einfluss seiner eigenen inneren Dynamik und durch externe Kräfte wie Vulkanausbrüche, solare Schwankungen und anthropogene Einflüsse wie die Änderung der Zusammensetzung der Atmosphäre und der Landnutzung.
Klimavariabilität
Klimavariabilität bezieht sich auf Schwankungen des mittleren Zustandes und anderer statistischer Größen (wie Standardabweichungen, Vorkommen von Extremerscheinungen, etc.) des Klimas auf allen zeitlichen und räumlichen Skalen, die über einzelne Wetterereignisse hinausgehen. Die Variabilität kann durch natürliche interne Prozesse innerhalb des Klimasystems (interne Variabilität) oder durch natürliche oder anthropogene äußere Einflüsse (externe Variabilität) begründet sein. Siehe auch Klimaänderung.
Kohlendioxid (CO2)
Ein natürlich vorkommendes Gas, auch ein Nebenprodukt aus der Verbrennung fossiler Treibstoffe und Biomasse und von Landnutzungsänderungen und industriellen Prozessen. Es ist das wichtigste anthropogene Treibhausgas, das die Strahlungsbilanz der Erde beeinflusst. Es ist das "Bezugsgas", gegenüber welchem die anderen Treibhausgase gemessen werden, und hat deshalb ein Globales Erwärmungspotential (GWP) von 1.
Kohlendioxidabtrennung und -speicherung (CCS)
Verfahren, bestehend aus der Abtrennung von CO2 aus industriellen und energiebedingten Quellen, dem Transport zu einer Lagerstätte und der langfristigen Isolation von der Atmosphäre.
Kohlendioxidintensität
Die Menge an CO2-Emissionen pro BIP-Einheit.
Kohlendioxid-Leckage
Der Teil an Emissionsminderungen in Annex B-Ländern, der durch einen Anstieg der Emissionen in Ländern ohne Reduktionsverpflichtung über deren Referenzniveaus hinaus aufgewogen werden könnte. Dies kann geschehen durch
- Verlagerung energieintensiver Produktion in Regionen ohne Reduktionsverpflichtungenpflichtung;
- verstärkte Nutzung fossiler Brennstoffe in diesen Regionen aufgrund eines durch die niedrigere Nachfrage erzeugten Rückgangs der internationalen Öl- und Gaspreise; und
- Einkommensänderungen (und dadurch Änderungen der Energienachfrage) aufgrund besserer Handelsbedingungen.
Leckage bezieht sich auch auf THG-bezogene Auswirkungen von Projektaktivitäten zur THG-Emissionsminderung oder CO2-Aufnahme, die außerhalb der Projektgrenzen stattfinden und die sowohl messbar als auch dieser Aktivität zurechenbar sind. In den meisten Fällen wird Leckage als kontraproduktiv zur ursprünglichen Aktivität verstanden. Es kann jedoch Situationen geben, in denen Auswirkungen außerhalb des Projektgebiets, die der Aktivität zugeschrieben werden können, zu THG-Emissionsminderungen führen. Diese werden im Allgemeinen als spill over bezeichnet. Während (negative) Leckage zu einem Abzug der nachgewiesenen Emissionsminderungen führt, ist es möglich, dass positiver spill over nicht in allen Fällen angerechnet wird.
Kohlendioxidpreis
Der Preis, der für die Emission einer metrischen Tonne an Kohlendioxid in die Atmosphäre gezahlt werden muss (an eine öffentliche Behörde als Steuersatz oder an einer Börse für Emissionszertifikate). In den Modellen und im IPCC Bericht wird der Kohlendioxidpreis als die sozialen Kosten zur Vermeidung einer zusätzlichen Einheit an CO2-Äq.-Emission definiert. In einigen Modellen wird er durch den Schattenpreis einer zusätzlich emittierten Einheit CO2 wiedergegeben, in anderen durch den Kohlendioxidsteuersatz oder den Preis von Emissionszertifikaten. Er wurde im IPCC Bericht auch als Mindestsatz für die Grenzkosten der Emissionsbekämpfung bei der Bewertung von wirtschaftlichen Emissionsminderungspotenzialen herangezogen.
Kohlenstoffkreislauf
Der Begriff beschreibt den Kohlenstofffluss (in verschiedenen Formen, z.B. als Kohlendioxid) durch die Atmosphäre, das Meer, die terrestrische Biosphäre und die Lithosphäre.
Kontinentaldrift
1912 stellte der deutsche Geophysiker Alfred Wegener die Hypothese auf, dass sich die Kontinente nicht an festen Positionen befinden, sondern sich relativ gegeneinander bewegen.
Konvektion
Im Ozean und in der Atmosphäre wird als Konvektion die vertikale, meist durch Dichteänderungen (z.B. Abkühlung, Erwärmung) hervorgerufene, turbulente Bewegung von Wasser-, bzw. Luft bezeichnet. (Gegenstück: Advektion)
Koralle
Der Begriff "Koralle" hat mehrere Bedeutungen, ist aber üblicherweise ein gebräuchlicher Name für Scleractinia, eine Korallengattung, die über ein hartes Kalkskelett verfügt und innerhalb dieser unterschieden werden kann in Riff-bauend und Nicht-Riff-bauend sowie in Kalt- und Warmwasserkorallen.
Korallenbleiche
Das Erblassen der Farbe, das eintritt, wenn eine Koralle die Symbiose mit ihrem Energie spendenden Organismus verliert.
Korallenriffe
Felsartige Kalkstrukturen (Kalziumkarbonat), die von Korallen entlang von Meeresküsten (Riffe in Randzonen) oder auf flachen Unterwasserbänken oder Felsbänken (Wallriffe, Atoll) geschaffen werden und besonders deutlich in tropischen und subtropischen Ozeanen auftreten.
Kosten
Der Verbrauch von Ressourcen wie Arbeitszeit, Kapital, Material, Brennstoffen usw. als Folge einer Handlung. In den Wirtschaftswissenschaften werden alle Ressourcen anhand ihrer Gelegenheitskosten bewertet, die den Wert des wertvollsten anderweitigen Gebrauchs der Ressourcen darstellen. Kosten werden auf verschiedene Arten und unter einer Vielzahl an Annahmen, die ihren Betrag beeinflussen, definiert. Kostenarten sind unter anderem: Verwaltungskosten von Planung, Bewirtschaftung, Überwachung, Revisionen, Buchhaltung, Berichterstattung, Büroarbeiten usw. in Zusammenhang mit einem Projekt oder Programm; Schadenskosten für Öko- und Wirtschaftssysteme aufgrund negativer Auswirkungen der Klimaänderung; Umsetzungskosten der Änderung bestehender Gesetze und Regelungen, Anstrengungen zum Kapazitätsaufbau, Information, (Aus)bildung, usw., um eine Maßnahme umzusetzen; private Kosten werden von Einzelpersonen, Unternehmen oder privaten Organisationen getragen, die die Handlung durchführen, wohingegen die sozialen Kosten auch die externen Kosten für Umwelt und Gesellschaft als Ganzes mit einschließen. Kosten könnten als Gesamtsumme ausgedrückt werden oder als Durchschnitt (Einheit, spezifisch), d.h. die Gesamtsumme geteilt durch die Anzahl an Einheiten des Objekts, dessen Kosten ermittelt werden, oder als Grenzkosten, d.h. die Kosten der zuletzt hinzugefügten Einheit. Im IPCC Bericht werden folgende Perspektiven betrachtet: die Projektebene betrachtet eine einzelne Handlung, von der angenommen wird, dass sie keine signifikanten, indirekten wirtschaftlichen Auswirkungen auf Märkte und Preise (sowohl Nachfrage als auch Angebot) über die Handlung selbst hinaus hat. Die Handlung kann die Umsetzung von spezifischen technischen Einrichtungen, Infrastruktur, nachfrageseitigen Vorschriften, Informationsbemühungen, technischen Standards usw. sein. Die Technologieebene betrachtet eine bestimmte Treibhausgasminderungstechnologie, üblicherweise mit mehreren Anwendungen in verschiedenen Projekten und Sektoren. Literatur über Technologien behandelt ihre technischen Eigenschaften, insbesondere Hinweise auf Lernkurven während der Verbreitung und Ausreifung einer Technologie. Auf der Sektorebene werden sektorale Maßnahmen im Rahmen eines "partiellen Gleichgewichts" betrachtet, für das andere Sektoren und die gesamtwirtschaftlichen Variablen als vorgegeben angenommen werden. Die Maßnahmen können wirtschaftliche Instrumente im Zusammenhang mit Preisen, Steuern, Handel und Finanzierung sowie spezifische Investitionsprojekte in großem Maßstab und Bemühungen um nachfrageseitige Vorschriften mit einschließen. Auf gesamtwirtschaftlicher Ebene werden die Auswirkungen von Maßnahmen auf die tatsächlichen Einnahmen und Ausgaben, Beschäftigung und wirtschaftliches Wohlergehen über alle Sektoren und Märkte betrachtet. Die Maßnahmen schließen alle Arten wirtschaftlicher Maßnahmen wie z.B. Steuern, Subventionen, Geldmengenpolitik, gezielte Investitionsprogramme und Technologie- und Innovationspolitik mit ein. Negative Kosten sind Gewinne, und oft werden beide zusammen behandelt.
Kraft-Wärme-Kopplung
Die Nutzung von Abwärme aus der Stromerzeugung, z.B. Kondensationswärme von Dampfturbinen oder heiße Abgase von Gasturbinen, für industrielle Zwecke oder für Quartierbeheizung.
Krill
Krill ist eine Sammelbezeichnung für schwarmbildende Kleinkrebse. Krill ernührt sich überwiegend von Mikroalgen, aber auch von kleinen Ruderfußkrebsen. Für viele Wal-, Robben-, Fisch-, Tintenfisch- und Vogelarten ist der Krill die Hauptnahrungsquelle. Deshalb nimmt er in der Nahrungskette in den antarktischen Gewüssern eine zentrale Stellung ein. Kryoplankton Gemeinschaft der Planktonorganismen, die im Meereis eingeschlossen leben, vor allem Phytoplankton, in geringerem Ausmaß auch Zooplankton.
Kryosphäre
Ein Teil des Klimasystems, der Schnee, Eis und gefrorenen Untergrund (einschließlich Permafrost) ober- und unterhalb der Erd- und Meeresoberfläche umfasst. Siehe auch Gletscher und Eisschild.
Kyoto-Protokoll
Das Kyoto-Protokoll zum Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC) wurde 1997 an der dritten Vertragsstaatenkonferenz (COP) zum UNFCCC in Kyoto, Japan, angenommen. Es enthält rechtlich bindende Verpflichtungen in Ergänzung zu denjenigen im UNFCCC. Länder, die in Anhang B des Protokolls aufgeführt sind (die meisten OECD-Staaten und Schwellenländer), vereinbarten eine Reduktion ihrer anthropogenen Treibhausgas-Emissionen (Kohlendioxid, Methan, Lachgas, Schwefelhexafluorid, Fluorkohlenwasserstoffe und Perfluorkohlenstoffe) um mindestens 5% unter den Stand von 1990 innerhalb des Verpflichtungszeitraums von 2008 bis 2012. Das Kyoto-Protokoll ist am 16. Februar 2005 in Kraft getreten.
Lachgas (N2O)
Eine der sechs Treibhausgasarten, die unter dem Kyoto-Protokoll zu bekämpfen sind.
Landnutzung und Landnutzungsänderung
Landnutzung bezieht sich auf die Gesamtheit der Vorkehrungen, Aktivitäten und Investitionen, die in einem bestimmten Landbedeckungstyp vorgenommen werden (eine Reihe menschlicher Aktivitäten). Der Begriff Landnutzung wird auch im Sinne des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Zwecks, für den Land bewirtschaftet wird (z.B. Weidewirtschaft, Holznutzung, Naturschutz), verwendet. Landnutzungsänderung bezieht sich auf eine Änderung in der Nutzung oder Bewirtschaftung des Landes durch den Menschen, die zu Bodenbedeckungsänderungen führen kann. Bodenbedeckungs- und Nutzungsänderungen können Auswirkungen auf die Oberflächen-Albedo, Verdunstung, Quellen und Senken von Treibhausgasen oder auf andere Eigenschaften des Klimasystems haben und können deshalb einen Strahlungsantrieb und/oder andere Einflüsse auf das lokale oder globale Klima bewirken. Siehe auch den IPCC-Spezialbericht "IPCC Special Report on Land Use, Land Use Change, and Forestry" (IPCC, 2000).
Lithosphäre
Ein Teil des Klimasystems, der die oberste Schicht der Erdkruste, sowohl auf Kontinenten als auch unter dem Ozean, umfasst und alles Krustengestein und den kalten, meist elastischen Teil des obersten Erdmantels einschließt. Vulkanaktivität wird nicht als Teil des Klimasystems betrachtet, obwohl sie Teil der Lithosphäre ist, sondern als äußerer Antrieb betrachtet.
Lock in-Effekt
Technologien, die einen großen Marktanteil besitzen, werden aufgrund von Faktoren wie gesunkenen Investitionskosten, damit verbundener Infrastrukturentwicklung, der Nutzung komplementärer Technologien und damit verbundenen gesellschaftlichen und institutionellen Gewohnheiten und Strukturen auch weiterhin genutzt.
LULUCF
Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft (Land Use, Land Use Change, and Forestry)
Markthemmnisse
Im Kontext von Klimaschutz sind dies Bedingungen, die die Verbreitung von kosteneffektiven Technologien oder Praktiken, die Treibhausgasemissionen verringern würden, ver- oder behindern.
Marktverzerrungen und -unvollkommenheiten
In der Praxis werden Märkte immer Verzerrungen und Unvollkommenheiten ausweisen, wie z.B. den Mangel an Information, verzerrte Preissignale, Mangel an Wettbewerb und/oder institutionelles Versagen bezüglich der Regulierung, unangemessene Beschreibung von Eigentumsrechten, verzerrende fiskalische Systeme und eingeschränkte Finanzmärkte.
Marktwechselkurs
Der Kurs, zu dem Landeswährungen ausgetauscht werden. Die meisten Wirtschaftssysteme veröffentlichen solche Kurse täglich. Sie werden mit geringen Differenzen an allen Börsen angewandt. In einigen Entwicklungsländern können signifikante Unterschiede zwischen offiziellen und Schwarzmarktkursen bestehen, und der Marktwechselkurs ist schwierig festzulegen.
Massenbilanz (von Gletschern, Eiskappen oder Eisschildern)
Die Differenz zwischen dem Massenzufluss zu einem Eiskörper (Akkumulation) und dem Massenverlust (Abschmelzung, Abbruch von Eisbergen). Die Massenbilanzausdrücke enthalten unter anderem die folgenden:
- spezifische Massenbilanz: der Netto-Massenverlust oder -gewinn über einen hydrologischen Zyklus an einem Punkt auf der Oberfläche des Gletschers.
- totale Massenbilanz (eines Gletschers): Die spezifische Massenbilanz räumlich über die ganze Gletscherfläche integriert; der totale Massenverlust oder -gewinn über einen hydrologischen Zyklus.
- mittlere spezifische Massenbilanz: Die totale Massenbilanz pro Flächeneinheit des Gletschers. Falls "Oberfläche" spezifiziert ist ("spezifische Oberflächenmassenbilanz", etc.), sind Beiträge des Eisflusses nicht mit einbezogen; andernfalls schließen Massen- bilanzen die Beiträge von Eisfluss und Eisbergabbrüchen ein. Die spezifische Oberflächenmassenbilanz ist an der Akkumulationsfläche positiv und an der Abschmelzfläche negativ.
Maßnahmen
Maßnahmen sind Technologien, Verfahren und Praktiken, die Treibhausgasemissionen oder deren Wirkungen unter die erwarteten zukünftigen Niveaus senken. Beispiele für Maßnahmen sind Technologien für erneuerbare Energien, Müllvermeidungsverfahren und Praktiken für den öffentlichen Pendlerverkehr, usw. Siehe auch Politiken.
Meereis
Jegliche Form von im Meer vorkommendem Eis, das durch Gefrieren von Meerwasser entstanden ist. Meereis kann aus einzelnen Stücken bestehen (Eisschollen), durch Wind und Strömungen über das Meer getrieben werden (Packeis) oder als bewegungslose Platte an die Küste angelagert sein (Schelfeis). Meereis, das weniger als ein Jahr alt ist, wird "einjähriges Eis" genannt, "mehrjähriges Eis" ist Meereis, das mindestens eine sommerliche Schmelzsaison überlebt hat.
Meeresspiegeländerung
Der Meeresspiegel kann sowohl auf globaler als auch auf lo-kaler Ebene ändern, und zwar aufgrund von (a) Änderungen der Form des Ozeanbeckens, (b) Änderungen der gesamten Wassermasse und (c) Änderungen der Dichte des Wassers. Meeresspiegeländerungen aufgrund von Änderungen der Wasserdichte werden "sterisch" genannt. Dichteänderungen aufgrund von Temperaturänderungen werden "thermosterisch" genannt, während Dichteänderungen aufgrund von Änderungen des Salzgehaltes "halosterisch" heißen. Siehe auch Thermische Ausdehnung.
Meeresoberflächentemperatur
Die Meeresoberflächentemperatur ist die kalorische Mitteltemperatur in den obersten paar Metern des Ozeans und wird von Schiffen, Bojen und Fischloggern gemessen. Die Schiffsmessungen wechselten in den 1940er Jahren von Messungen von Wasserproben in Kübeln in den meisten Fällen auf Proben von Maschinenansaugwasser. Satellitenmessungen der "Hauttemperatur" (die oberste, einen Bruchteil eines Millimeters dicke Schicht) im Infrarotbereich oder ungefähr des obersten Zentimeters im Mikrowellenbereich werden auch verwendet, aber müssen abgeglichen werden, um mit der kalorischen Mitteltemperatur verglichen werden zu können.
Meridionale Umwälzströmung (MOC)
Meridionale (Nord-Süd) Umwälzströmung im Ozean, die durch die zonale (Ost-West) Summe des Massentransports in Tiefen- oder Dichteschichten quantifiziert wird. Im Nordatlantik außerhalb der subtropischen Regionen wird die MOC (welche im Prinzip eine messbare Größe ist) häufig als Thermohaline Zirkulation (THC) bezeichnet, die eine begriffliche Interpretation darstellt. Es ist zu berücksichtigen, dass die MOC auch seichtere, windgetriebene Umwälzzellen beinhalten kann, wie sie in oberen Ozeanschichten in den Tropen und Subtropen vorkommen, in welchen warmes (leichteres) polwärts fließendes Wasser in etwas dichteres Wasser umgewandelt wird und in tiefern Schichten äquatorwärts zurückfließt.
Methan (CH4)
Methan ist eines der sechs Treibhausgase, die im Rahmen des Kyoto-Protokolls bekämpft werden. Es ist der Hauptbestandteil von Erdgas und steht in Zusammenhang mit allen Kohlenwasserstoff- Treibstoffen, Tierzucht und Landwirtschaft.
Methanoxidationsschicht (biocover)
Biologisch aktive Schichten, die auf Deponien aufgebracht werden, um Methan zu CO2 zu oxidieren.
Methanrückgewinnung
Methanemissionen, z.B. aus Öl- oder Gasquellen, Kohleflözen, Torfmooren, Gaspipelines, Deponien oder von anaeroben Organismen, werden aufgefangen und als Brennstoff oder zu einem anderen wirtschaftlichen Zweck genutzt (z.B. als chemisches Ausgangsprodukt).
MOC
Meridionale Umwälzungsströmung (Meridional Overturning Circulation)
Modellhierarchie
Siehe Klimamodelle.
Möglichkeiten der Materialeffizienz
Im IPCC Bericht sind dies Möglichkeiten zur THG-Emissionsminderung durch die Verringerung der Menge an Material, das für ein bestimmtes Produkt oder eine Dienstleistung benötigt wird.
Montreal-Protokoll
Das Montreal-Protokoll über Stoffe, die zu einem Abbau der Ozonschicht führen, wurde 1987 in Montreal angenommen und in London (1990), Kopenhagen (1992), Wien (1995), Montreal (1997), und Beijing (1999) laufend angepasst und ergänzt. Es kontrolliert den Verbrauch und die Produktion von chlor- und bromhaltigen Chemikalien, die das stratosphärische Ozon zerstören, wie FCKWs, Methyl-Chloroform, Tetrachlorkohlenstoff und viele andere.
Multi-Gas
Außer CO2 werden auch die anderen Treibhausgase (Methan, Lachgase und fluorierte Gase) mit einbezogen, z.B. bei der Erreichung von Emissionsminderungen (Multi-Gas-Reduzierung) oder Konzentrationsstabilisierungen (Multi-Gas-Stabilisierung).
Nachfrageseitiges Management
Maßnahmen und Programme, um die Nachfrage nach Gütern und/oder Dienstleistungen zu beeinflussen. Im Energiesektor zielt nachfrageseitiges Management auf die Senkung der Nachfrage nach Strom und Energiequellen ab. Nachfrageseitiges Management hilft bei der Reduzierung von Treibhausgasemissionen.
Nachhaltige Entwicklung
Das Konzept der nachhaltigen Entwicklung wurde in der "World Conservation Strategy" (IUCN 1980) eingeführt und entsprang dem Konzept einer nachhaltigen Gesellschaft und der Bewirtschaftung erneuerbarer Ressourcen. Es wurde 1987 von der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung (WCED) und 1992 von der Rio-Konferenz verabschiedet als ein Änderungsprozess, in dem die Ausbeutung von Ressourcen, die Richtung von Investitionen, die Ausrichtung der technologischen Entwicklung und institutioneller Wandel alle miteinander in Einklang stehen und sowohl das heutige als auch das zukünftige Potenzial, menschliche Bedürfnisse und Hoffnungen zu befriedigen, verstärken. Nachhaltige Entwicklung vereinigt die politische, gesellschaftliche, wirtschaftliche und die Umweltdimension.
Nachteilfreie Politik (-Option/-Potenzial)
Solche Politik würde gesellschaftlichen Nettonutzen erzeugen, unabhängig davon, ob Klimaänderung im Zusammenhang mit anthropogenen Treibhausgasemissionen stattfindet oder nicht. Als nachteilfreie Optionen zur THG-Emissionsminderung werden Optionen bezeichnet, deren Nutzen (wie z.B. verminderte Energiekosten und geringere Emission von lokalen/regionalen Schadstoffen) den Kosten für die Gesellschaft gleichkommen oder sie übersteigen, zusätzlich zum Nutzen durch vermiedene Klimaänderung.
Nahrungsmittelsicherheit
Eine Situation die dann gegeben ist, wenn Menschen einen gesicherten Zugang zu ausreichenden Mengen an unversehrten und nahrhaften Lebensmitteln haben, um normal wachsen, sich entwickeln und aktiv und gesund leben zu können. Unsicherheit in der Nahrungsmittelversorgung kann durch Nichtverfügbarkeit von Lebensmitteln, unzureichende Kaufkraft, unangemessene Verteilung oder unsachgemäße Verwendung von Lebensmitteln auf Ebene der Haushalte eintreten.
Nicht-Annex I-Länder/-Parteien
Länder, welche die UNFCCC unterzeichnet haben oder ihr beigetreten sind, aber nicht in Annex I aufgeführt sind.
N2O
Lachgas
Nordatlantische Oszillation (NAO)
Die Nordatlantische Oszillation besteht aus entgegengesetzten Schwankungen des barometrischen Drucks bei Island und bei den Azoren. Sie entspricht deshalb den Schwankungen in der Stärke der Hauptwestwindströmung über den Atlantik nach Europa, und damit den Schwankungen in den darin eingebetteten Tiefdruckgebieten mit den dazugehörenden Frontalsystemen.
Northern Annular Mode (NAM)
Die winterlichen Schwankungen in der Ausprägung eines durch tiefen Bodendruck in der Arktis und starke Westwinde in den mittleren Breiten charakterisierten Musters. Der NAM ist durch den nördlichen Polarwirbel mit der Stratosphäre verbunden. Er ist stark mit der Nordatlantischen Oszillation korreliert.
ODS
ozonabbauende Substanzen (Ozone Depleting Substances)
Ökosystem
Ein System von sich gegenseitig beeinflussenden lebenden Organismen und ihrer physischen Umwelt. Die Definition der Grenzen eines Ökosystems variiert je nach Schwerpunkt der Untersuchung. Deshalb kann das Ausmaß eines Ökosystems von sehr kleinräumig bis weltumspannend sein.
Ölsande und Ölschiefer
Lose Sande, Sandsteine und Schiefer, die bituminöses Material enthalten, das abgebaut und in einen flüssigen Brennstoff umgewandelt werden kann.
Ostwinddrift
Oberflächenströmung im Südpolarmeer, die sich südlich des 65.Breitengrades im Gegenuhrzeigersinn um die Antarktis bewegt. Sie wird von den dort herrschenden Ostwinden angetrieben. Unregelmäßigkeiten der Küstenlinie (=Antarktische Halbinsel) lenken sie ab, wodurch Wirbel am Südrand der Westwinddrift entstehen.
Ozeanischer Rücken
Grosse, langgestreckte submarine Bergkette, zum Teil zeigen sich in diesem Bereich über dem Meeresspiegel einzelne Inseln.
Ozeanographie
Ist die Wissenschaft vom Meer, die sich mit der Gliederung der Meere sowie den chemischen und physikalischen Eigenschaften des Meerwassers, der Schichtung und Zirkulation, der Wellen, Gezeiten und Meeresströmungen und den Einflüssen der Meere auf klimatische und meteorologische Prozesse beschäftigt. Der Begriff wird vielfach in der umfassenderen Bedeutung von Meeresforschung verwendet.
Ozon O3
Ozon, die triatomische Form von Sauerstoff (O3), ist ein gasförmiger Bestandteil der Atmosphäre. In der Troposphäre wird es sowohl natürlich als auch durch photochemische Reaktionen unter Einbezug von Gasen, die von menschlichen Aktivitäten herrühren, gebildet ("Smog"). Troposphärisches Ozon wirkt als Treibhausgas. In der Stratosphäre wird Ozon durch das Zusammenwirken von solarer Ultraviolettstrahlung und molekularem Sauerstoff (O2) gebildet. Stratosphärisches Ozon spielt eine entscheidende Rolle in der stratosphärischen Strahlungsbilanz. Seine Konzentration ist in der Ozonschicht am höchsten.
Ozonschicht
Die Stratosphäre enthält eine Schicht, in der die Ozonkonzentration am größten ist, die sogenannte Ozonschicht. Die Schicht erstreckt sich von etwa 12 bis 40 km Höhe über der Erdoberfläche. Die Ozonkonzentration erreicht zwischen etwa 20 und 25 km Höhe ein Maximum. Diese Schicht wird aufgrund menschlicher Emissionen von Chlor- und Bromverbindungen abgebaut. Jedes Jahr findet während des Frühlings auf der Südhalbkugel über der Antarktis ein sehr starker Abbau der Ozonschicht statt, der durch die anthropogenen Emissionen von Chlor- und Bromverbindungen in Kombination mit den spezifischen meteorologischen Verhältnissen in dieser Region verursacht wird. Dieses Phänomen wird Ozonloch genannt. Siehe auch Montreal-Protokoll.
Packeis
Vor allem durch Wind zu großen Eismassen zusammengeschobene und -gepresste Eisschollen.
Paläoklima
Das Klima in Zeiten vor der Entwicklung von Messinstrumenten, einschließlich historische und geologische Zeiträume, für die nur Proxy-Klimamessreihen verfügbar sind.
Passive Solararchitektur
Strukturelle Entwurfs- und Bautechnologien, die es einem Gebäude ermöglichen, ohne mechanische Hilfsmittel Sonnenenergie für Heizung, Kühlung und Beleuchtung zu nutzen.
ppb
parts per billion=Teile pro Milliarde
ppm
parts per million=Teile pro Million
Pegel
Eine Vorrichtung an einer Küstenstelle (und an einigen Stellen in der Tiefsee), die laufend die Höhe des Meeres in Bezug auf das angrenzende Land misst. Der Durchschnitt über die Zeit des so aufgezeichneten Meeresspiegels ergibt die beobachtete relative Meeresspiegeländerung.
Permafrost
Untergrund (Boden oder Fels einschliesslich Eis und organisches Material), der über mindestens zwei aufeinanderfolgende Jahre bei oder unter 0°C bleibt.
pH
pondus Hydrogenii (Mass für saure bzw. basische Wirkung einer wässrigen Lösung)
Phytoplankton
Gesamtheit der im Wasser schwebenden pflanzlichen Organismen.
Polynja
Als Polynja (auch: Polynya, Polynia) bezeichnet man eine große Öffnung im arktischen oder antarktischen Meereis. Die Öffnung kann eine Größe von mehreren Tausend Quadratkilometern erreichen. Polynjas (Plural auch: Polynyas, Polynjen, Polynien) entstehen in der Regel durch Windeinwirkung, Gezeiten oder aufsteigendes warmes Meerwasser. Sie können oft über lange Zeiträume, ggf. über Jahre hinweg bestehen bleiben und sind wegen ihrer Einflüsse auf Meeresströmungen, Meeresbiologie und Klima Gegenstand der Polarforschung. Es werden zwei Arten von Polynjas unterschieden: Küstenpolynjas und kästenferne Polynjas (Open-Ocean Polynyas).
Positive Nebeneffekte
Der Nutzen von Maßnahmen, die gleichzeitig aus unterschiedlichen Gründen umgesetzt werden, wobei anerkannt wird, dass die meisten Maßnahmen, die zur Treibhausgasminderung entworfen wurden, andere, oft mindestens so wichtige Begründungen haben (z.B. im Zusammenhang mit Zielen in Entwicklung, Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit). Der Begriff "Nebeneffekt" wird auch in einem allgemeineren Sinn verwendet, um sowohl die positiven als auch die negativen Seiten des Nutzens abzudecken.
Politiken
Im Sprachgebrauch der UNFCCC werden Politiken von Regierungen ausgeführt und/oder veranlasst - oft in Verbindung mit inländischen Unternehmen und der Industrie oder mit dem Ausland - um Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen zu beschleunigen. Beispiele für Politiken sind Kohlendioxid- oder Energiesteuern, Treibstoffeffizienzstandards für Automobile usw. Gemeinsame und koordinierte oder harmonisierte Politiken sind Politiken, die von verschiedenen Parteien gemeinsam verabschiedet wurden.
Potenzial
Im Zusammenhang mit Klimaänderung stellt ein Potenzial den Betrag an Verminderung der Klimaänderung oder an Anpassung dar, der mit der Zeit verwirklicht werden könnte, es aber noch nicht ist. Es werden fünf Potenzialebenen unterschieden: Markt-, gesteigertes Markt-, wirtschaftliches, technisches und physikalisches Potenzial.
- Marktpotenzial gibt den Betrag an THG-Emissionsminderung an, der unter vorhergesagten Marktbedingungen einschließlich der Politiken und Maßnahmen, die aktuell vorhanden sind, erwartet werden kann. Es beruht auf privaten Einheitskosten und Diskontraten, wie sie im Bezugsjahr erscheinen und wie sie sich bei Abwesenheit jeglicher zusätzlicher Politiken und Maßnahmen wahrscheinlich ändern werden.
- Wirtschaftliches Potenzial wird in den meisten Untersuchungen als der Betrag an THG- Emissionsminderung benutzt, der bei einem bestimmten Kohlendioxidpreis kosteneffektiv ist, basierend auf sozialer Kostenbemessung und Diskontraten, einschließlich Energieersparnisse, aber ohne die meisten externen Effekte. Theoretisch ist es als das Potenzial für kosteneffektive THG-Emissionsminderung definiert, wenn nicht vom Markt bestimmte soziale Kosten und Gewinne mit den Marktkosten und -gewinnen bei der Bewertung von Optionen für bestimmte Kohlendioxidpreisniveaus mit einbezogen werden (wie sie von Klimaschutzmaßnahmen beeinflusst werden), und wenn soziale Diskontraten anstelle von privaten herangezogen werden. Dies schließt externe Effekte mit ein, z.B. nicht vom Markt bestimmte Kosten und Gewinne wie positive Nebeneffekte für die Umwelt.
- Technisches Potenzial: Der Betrag, um den Treibhausgasemissionen gemindert oder Energieeffizienz gesteigert werden kann, indem man eine bereits demonstrierte Technologie oder Praxis umsetzt. Auf Kosten wird nicht ausdrücklich hingewiesen, aber die Annahme von "praktischen Einschränkungen" mag implizite wirtschaftliche Überlegungen mit einbeziehen.
- Physikalisches Potenzial: die theoretische (thermodynamische und manchmal in Realität eher unwahrscheinliche obere Grenze für die Verminderung der Klimaänderung).
Projektion
Eine Projektion ist eine mögliche zukünftige Entwicklung einer Eigenschaft oder einer Reihe von Größen, oft mit Hilfe eines Modells berechnet. Projektionen werden von Prognosen unterschieden, um hervorzuheben, dass sie Annahmen beinhalten, z.B. betreffend künftiger sozioökonomischer und technologischer Entwicklungen, die vielleicht realisiert werden, vielleicht aber auch nicht, und dass sie deshalb wesentlichen Unsicherheiten unterworfen sind. Siehe auch Klimaprojektion und Klimaprognose.
Proxy
Ein Proxy-Klimaindikator ist eine lokale Datenreihe, die unter Anwendung physikalischer und biophysikalischer Prinzipien interpretiert wird, um gewisse Kombinationen von klimabezogenen Veränderungen in der Vergangenheit aufzuzeigen. Klimabezogene Daten, die mit dieser Methode hergeleitet wurden, werden als Proxydaten bezeichnet. Beispiele von Proxydaten sind: Pollenanalysen, Baumringe, Eigenschaften von Korallen und verschiedene aus Eisbohrkernen abgeleitete Daten.
Quelle
Alle Prozesse, Aktivitäten oder Mechanismen, die ein Treibhausgas, ein Aerosol oder einen Vorläufer eines Treibhausgases oder eines Aerosols in die Atmosphäre freisetzen.
Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC)
Die Konvention wurde am 9. Mai 1992 in New York verabschiedet und am Weltgipfel von 1992 in Rio de Janeiro von über 150 Ländern und der Europäischen Gemeinschaft unterschrieben. Ihr ultimatives Ziel ist die "Stabilisierung der Treibhausgaskonzentrationen in der Atmosphäre auf einem Niveau, das gefährliche anthropogene Beeinträchtigungen des Klimasystems verhindert". Es umfasst Verpflichtungserklärungen aller Parteien. Unter der Konvention zielen die in Annex I enthaltenen Länder (alle OECD-und Schwellenländer) darauf ab, die Treibhausgasemissionen, die nicht vom Montreal-Protokoll kontrolliert werden, bis 2000 auf das Niveau von 1990 zurückzuführen. Die Konvention ist im März 1994 in Kraft getreten. Siehe auch Kyoto-Protokoll.
Räumliche und zeitliche Skalen
Das Klima kann in einem weiten Spektrum von räumlichen und zeitlichen Skalen schwanken. Räumliche Skalen variieren von lokal (weniger als 100000 km2) über regional (100000 bis 10 Mio km2) bis zu kontinental (10 bis 100 Mio km2). Zeiträume variieren von saisonal bis zu geologisch (Hunderte von Millionen Jahren).
Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC)
Die Konvention wurde am 9. Mai 1992 in New York verabschiedet und am Weltgipfel von 1992 in Rio de Janeiro von über 150 Ländern und der Europäischen Gemeinschaft unterschrieben. Ihr ultimatives Ziel ist die "Stabilisierung der Treibhausgaskonzentrationen in der Atmosphäre auf einem Niveau, das gefährliche anthropogene Beeinträchtigungen des Klimasystems verhindert". Es umfasst Verpflichtungserklärungen aller Parteien. Unter der Konvention zielen die in Annex I enthaltenen Länder (alle OECD-und Schwellenländer) darauf ab, die Treibhausgasemissionen, die nicht vom Montreal-Protokoll kontrolliert werden, bis 2000 auf das Niveau von 1990 zurückzufähren. Die Konvention ist im März 1994 in Kraft getreten. Siehe auch Kyoto-Protokoll.
Referenzwert oder -szenario
Bezugsgröße für messbare Größen, an der ein alternatives Ergebnis gemessen werden kann, z.B. die Verwendung eines Szenarios ohne Intervention als Referenz für die Analyse von Interventionsszenarien.
Region
Eine Region ist ein durch spezifische geographische und klimatologische Strukturen charakterisiertes Gebiet. Das Klima einer Region wird durch regionale und lokale Antriebskräfte beeinflusst, wie Topographie, Landnutzungseigenschaften, Seen, etc. sowie Einflüsse anderer, weiter entfernter Regionen.
Rekonstruktion
Die Verwendung von Klimaindikatoren für die Bestimmung des (im Allgemeinen vergangenen) Klimas.
Rückkopplung
Siehe Klimarückkopplung.
Russ ("soot")
Partikel, die während der Abschreckung von Gasen am äußeren Rand von Flammen von organischen Dämpfen entstehen; sie bestehen vor allem aus Kohlenstoff, mit kleineren Mengen von Sauerstoff und Wasserstoff in Form von Karboxyl und Phenolgruppen und weisen eine unvollständige Graphitstruktur auf. Siehe auch Schwarzer Russ.
SA
Strahlungsantrieb
SAR
Zweiter Sachstandsbericht des IPCC (Second Assessment Report)
SCAR
Scientific Commitee for Antarctic Research ist eine regierungsunabhängige Organisation und wurde 1957 gegründet.
Schelfeis
Als Schelfeis bezeichnet man eine große Eisplatte, die auf dem Meer schwimmt und mit einem Gletscher an Land fest verbunden ist. Kennzeichnend für Schelfeis ist, dass an der äußersten Spitze immer wieder Eisberge abbrechen. Dieser Prozess wird als "kalben" bezeichnet.
Schwarzer Russ ("black carbon")
Partikel in der Atmosphäre, die aus unverbranntem Kohlenstoff, Holzkohle und/oder möglicherweise lichtabsorbierendem, nicht-brennbarem organischem Material bestehen. Ruß ist Materie, die aufgrund der Messungen von Lichtabsorption und chemischer Reaktivität und/oder thermischer Stabilität untersuchungsbedingt definiert wird.
Schwefelhexafluorid (SF6)
Eine der sechs Treibhausgasarten, die unter dem Kyoto-Protokoll zu bekämpfen sind. Es wird größtenteils in der Schwerindustrie verwendet, um Hochspannungsanlagen zu isolieren und um die Herstellung von Kabelkühlungen und Halbleitern zu unterstützen. Sein globales Erwärmungspotenzial beträgt 23900.
Senke
Alle Prozesse, Aktivitäten oder Mechanismen, die ein Treibhausgas, ein Aerosol oder einen Vorläufer eines Treibhausgases oder eines Aerosols aus der Atmosphäre entfernen.
SF6
Schwefelhexafluorid
Solarer Zyklus ("11-Jahres-Zyklus")
Eine quasi-stationäre Schwingung der Sonnenaktivität mit wechselnder Amplitude und einer Wiederkehrperiode von 9 bis 13 Jahren.
Sonnenaktivität
Die Sonne weist Zeiträume von hoher Aktivität auf, die sich in der Anzahl der Sonnenflecken wie auch in der Abstrahlung, in der magnetischen Aktivität und in der Emission von hochenergetischen Partikeln ausdrücken. Diese Variationen finden auf Zeitskalen von Millionen von Jahren bis zu Minuten statt. Siehe auch Solarer Zyklus.
Sonnenstrahlung
Von der Sonne ausgestrahlte elektromagnetische Strahlung. Sie wird auch als Kurzwellenstrahlung bezeichnet. Sonnenstrahlung weist eine bestimmte Spannbreite von Wellenlängen (Spektrum) auf, die von der Temperatur der Sonne abhängig sind. Sie ist in den sichtbaren Wellenlängen am stärksten. Siehe auch Thermische Infrarotstrahlung.
SPM
Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger (Summary for Policymakers)
SRCCS
Sonderbericht über Kohlendioxidabtrennung und -speicherung (Special Report on Carbon Capture and Storage)
SRES
Sonderbericht zu Emissionsszenarien (Special Report on Emission Scenarios)
SRES-Szenarien
SRES-Szenarien sind Emissionsszenarien, die von Nakicenovic und Swart (2000) entwickelt wurden und die unter anderem als Basis für die Klimaprojektionen im IPCC Bericht verwendet wurden. Folgende Begriffe sind für ein besseres Verständnis der Struktur und des Gebrauchs der SRES- Szenarien wichtig:
- Szenarienfamilie: Szenarien, die von einer ähnlichen demographischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und den technologischen Wandel betreffenden Modellgeschichte ausgehen. Das SRES-Szenarienset umfasst vier Szenarienfamilien: A1, A2, B1 und B2.
- Illustratives Szenario: Ein Szenario, das eine der sechs Szenariengruppen, die in der Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger von Nakicenovic und Swart (2000) aufgeführt sind, veranschaulichen. Sie schließen vier revidierte Musterszenarien für die Szenariengruppen A1B, A2, B1, B2 und zwei zusätzliche Szenarien für die Gruppen A1FI und A1T ein. Alle Szenariengruppen sind gleich stichhaltig.
- Musterszenarien: Ein Szenario, das ursprünglich als Entwurf auf der SRES-Website veröffentlicht war, um eine gegebene Szenarienfamilie zu repräsentieren. Die Auswahl der Musterszenarien basierte auf Eigenschaften von spezifischen Modellen und auf der Entscheidung, welche der ursprünglichen Quantifizierungen die Modellgeschichte am besten widerspiegelte.
Musterszenarien sind nicht wahrscheinlicher als andere Szenarien, aber das SRES-- Autorenteam erachtet sie als geeignet, um eine bestimmte Modellgeschichte zu veranschaulichen. Sie sind in revidierter Form in Nakicenovic et al. (2000) eingefügt. Diese Szenarien wurden den strengsten Prüfungen unterzogen, sowohl vom Autorenteam wie auch durch den offenen SRES-Prozess. Auch für die anderen zwei Szenariengruppen wurden zur Veranschaulichung Szenarien ausgewählt. Modellgeschichte: Eine erzählende Beschreibung eines Szenarios (oder einer Szenarienfamilie), die dessen Haupteigenschaften und die Zusammenhänge zwischen den Haupteinflussfaktoren und deren Entwicklungsdynamik hervorhebt.
SROC
Sonderbericht über den Schutz der Ozonschicht und des globalen Klimasystems (Special Report on Safeguarding the Ozone Layer and the Global Climate System)
Stabilisierung
Das Konstanthalten der atmosphärischen Konzentrationen eines oder mehrerer Treibhausgase (z.B. CO2) oder einer CO2-äquivalenten Sammlung an Treibhausgasen. Stabilisierungsanalysen oder - szenarien behandeln die Stabilisierung von Treibhausgaskonzentrationen in der Atmosphäre.
Städtische Wärmeinsel
Die relative Wärme einer Stadt im Vergleich mit dem umliegenden ländlichen Gebiet, verbunden mit Änderungen im Abfluss, Auswirkungen der Betonwüste auf die Wärmespeicherung, Veränderungen der Oberflächen-Albedo, Änderungen der Verschmutzung und der Aerosole, usw.
Standards
Regelsatz, der die Leistung und Anwendung eines Produkts regelt oder definiert (z.B. Qualität, Abmessungen, Eigenschaften, Testmethoden und Anwendungsbestimmungen). Produkt-, Technologie- oder Leistungsstandards stellen Minimalanforderungen an die betroffenen Produkte oder Technologien. Standards erlegen Minderungen von Treibhausgasemissionen im Zusammenhang mit der Herstellung oder der Nutzung des Produkts und/oder Anwendung der Technologie auf.
Steuer
Eine Kohlendioxidsteuer (oder Kohlenstoffsteuer) ist eine Abgabe auf den Kohlenstoffgehalt fossiler Brennstoffe. Da praktisch sämtlicher Kohlenstoff in fossilen Brennstoffen im Endeffekt als Kohlendioxid abgegeben wird, ist die Kohlendioxidsteuer äquivalent zu einer Emissionssteuer auf jede Einheit CO2-äqui-valenter Emissionen. Eine Energiesteuer - eine Abgabe auf den Energiegehalt von Brennstoffen - verringert die Nachfrage nach Energie und mindert so die Kohlendioxidemissionen aus der Nutzung fossiler Brennstoffe. Eine Ökosteuer ist der Absicht gewidmet, menschliches Verhalten zu beeinflussen (insbesondere wirtschaftliches Verhalten), um eine umweltgerechte Entwicklung einzuschlagen. Eine internationale Kohlendioxid-/Emissions-/Energiesteuer ist eine Steuer, die durch eine internationale Instanz auf bestimmte Quellen in teilnehmenden Ländern erhoben wird. Die Einnahmen werden verteilt oder gemäß den Bestimmungen durch diese Instanz oder die teilnehmenden Länder verwendet. Eine harmonisierte Steuer verpflichtet teilnehmende Länder, eine Steuer zu einem gemeinsamen Satz auf die gleichen Quellen zu erheben, da die Erhebung unterschiedlicher Steuersätze in den Ländern nicht kosteneffektiv wäre. Eine Steuergutschrift ist die Verringerung einer Steuer, um den Erwerb eines Produkts oder die Investition darin anzuregen, z.B. THG-Emissionsminderungstechnologien. Eine Kohlendioxidabgabe entspricht der Kohlendioxidsteuer.
Störungssystem
Häufigkeit, Intensität und Art von Störungen wie Brände, Vermehrung von Insekten und Schädlingen, Überschwemmungen und Dürren.
Strahlungsantrieb
Der Strahlungsantrieb ist die Veränderung in der vertikalen Nettoeinstrahlung (Einstrahlung minus Ausstrahlung; ausgedrückt in Watt pro Quadratmeter: Wm-2) an der Tropopause (Grenze zwischen Troposphäre und Stratosphäre) aufgrund einer Veränderung eines äußeren Antriebs des Klimasystems, wie z.B. eine Veränderung in der Konzentration von Kohlendioxid oder der Sonnenstrahlung. Der Strahlungsantrieb wird berechnet, indem alle troposphärischen Eigenschaften auf ihren ungestörten Werten konstant gehalten werden und nachdem sich die stratosphärischen Temperaturen, sofern verändert, an das strahlungsdynamische Gleichgewicht angepasst haben. Der Strahlungsantrieb wird als "unverzögert" bezeichnet, wenn keine Veränderung in den stratosphärischen Temperaturen beobachtet wird. Für die Zielsetzung dieses Berichtes wurde der Strahlungsantrieb weiter definiert als die Veränderung im Vergleich zum Jahr 1750 und bezieht sich, sofern nicht anders vermerkt, auf den global und jährlich gemittelten Wert. Der Strahlungsantrieb darf nicht mit dem Wolkenstrahlungsantrieb verwechselt werden, einem ähnlichen Begriff für die Beschreibung des Einflusses der Wolken auf die Einstrahlung an der Außengrenze der Atmosphäre.
Stratosphäre
Ausgeprägt geschichtete Zone der Atmosphäre oberhalb der Troposphäre zwischen ca. 10 und 50 km über der Erdoberfläche (die Untergrenze variiert zwischen durchschnittlich 9 km Höhe in hohen Breitengraden und 16 km in den Tropen).
Strukturwandel
Änderungen z.B. des relativen Anteils des industriellen, landwirtschaftlichen oder Dienstleistungssektors am Bruttoinlandsprodukt einer Wirtschaft, oder allgemeiner Systemänderungen, bei denen einige Bestandteile entweder ausgetauscht oder möglicherweise durch andere ersetzt werden.
Subvention
Direkte Regierungszahlung oder Steuerermäßigung an eine private Partei für die Umsetzung einer Praxis, welche die Regierung unterstützen möchte. Die Minderung von Treibhausgasemissionen wird angeregt durch die Senkung bestehender Subventionen, die eine steigernde Wirkung auf Emissionen haben (z.B. Subventionen auf die Nutzung von fossilen Brennstoffen) oder durch die Bereitstellung von Subventionen für Praktiken, die Emissionen mindern oder Senken stärken (z.B. für die Wärmeisolation von Gebäuden oder das Pflanzen von Bäumen).
Szenario
Eine plausible und häufig vereinfachte Beschreibung, wie die Zukunft sich gestalten könnte, basierend auf einer kohärenten und in sich konsistenten Reihe von Annahmen betreffend der treibenden Kräfte und wichtigsten Zusammenhänge. Szenarien können von Projektionen abgeleitet sein, beruhen aber oft auf zusätzlichen Informationen aus anderen Quellen, manchmal kombiniert mit einer Modellgeschichte. Siehe auch Emissionsszenario, SRES-Szenarien.
TAR
Dritter Sachstandsbericht des IPCC (Third Assessment Report)
Technologie
Die praktische Anwendung von Wissen, um bestimmte Aufgaben zu erledigen, die sowohl technische Erzeugnisse (Hardware,Ausrüstung) als auch (soziale) Information ("Software", Fachwissen über die Herstellung und Nutzung der Erzeugnisse) heranzieht.
Technologietransfer
Der Austausch von Wissen, Hardware und der damit verbundenen Software, Geld und Waren unter Interessensgruppen, der zur Verbreitung von Anpassungs- oder Klimaschutztechnologie führt. Der Begriff umfasst sowohl die Verbreitung von Technologien als auch technologische Zusammenarbeit zwischen und innerhalb von Ländern.
Technologiewandel
Meistens als technologische "Verbesserung" verstanden, d.h. mehr oder bessere Waren und Dienstleistungen können aus einer bestimmten Menge an Ressourcen geliefert werden (Produktionsfaktoren). Wirtschaftliche Modelle unterscheiden autonomen (exogenen), endogenen und induzierten Technologiewandel. Autonomer (exogener) Technologiewandel wird von außerhalb des Modells auferlegt, üblicherweise als Entwicklung über die Zeit, welche die Energienachfrage oder das weltweite Produktionswachstum beeinflusst. Endogener Technologiewandel ist das Ergebnis von wirtschaftlichen Aktivitäten innerhalb des Modells, d.h. die Wahl der Technologie ist im Modell mit einbezogen und beeinflusst die Energienachfrage und/oder das Wirtschaftswachstum. Induzierter Technologiewandel unterstellt endogenen Technologiewandel, fügt jedoch weitere Änderungen hinzu, die durch Politiken und Maßnahmen induziert wurden, wie z.B. Kohlendioxidsteuern, die F&E- Anstrengungen auslösen.
Temperaturtagesgang
Die Differenz zwischen dem Maximum und dem Minimum während einer 24-Stunden-Periode.
Thermische Ausdehnung
Im Zusammenhang mit dem Meeresspiegel bedeutet dies eine Volumenzunahme (und Dichteabnahme) aufgrund der Erwärmung des Wassers. Eine Erwärmung des Meeres führt zu einer Ausdehnung des Meervolumens und dadurch zu einem Anstieg des Meeresspiegels. Siehe Meeresspiegeländerung.
Thermische Infrarotstrahlung
Von der Erdoberfläche, der Atmosphäre und von Wolken abgegebene Strahlung. Sie ist auch als "terrestrische" oder "langwellige" Strahlung bekannt und muss von der Nahinfrarotstrahlung, die Teil des solaren Spektrums ist, unterschieden werden. Infrarotstrahlung hat im Allgemeinen ein charakteristisches Spektrum von Wellenlängen, die länger sind als die Wellenlängen der roten Farbe im sichtbaren Bereich des Spektrums. Das Spektrum der thermischen Infrarotstrahlung ist von der kurzwelligen oder Sonnenstrahlung aufgrund des Temperaturunterschiedes zwischen der Sonne und dem Erde/Atmosphären-System gut unterscheidbar.
THG
Treibhausgas
Top down-Modelle
Modelle, die gesamtwirtschaftliche Theorie, ökonometrische und Optimierungstechniken anwenden, um wirtschaftliche Variablen zu aggregieren. Indem sie historische Daten über Konsum, Preise, Einkommen und Faktorenkosten nutzen, bewerten Top down-Modelle die endgültige Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen sowie nach Versorgung durch die Hauptsektoren wie den Energie-, Verkehrs-, Landwirtschafts- und Industriesektor. Einige Top down-Modelle beziehen technologische Daten mit ein, wodurch sie die Diskrepanz zu Bottom up-Modellen verringern.
TPES
gesamte Primärenergieversorgung (Total Primary Energy Supply)
Trägheit
Im Zusammenhang mit Klimaschutz bezieht sich Trägheit auf die Schwierigkeit von Änderungen, die sich aus den bestehenden Bedingungen in der Gesellschaft ergibt, z.B. physischem, von Menschenhand erzeugtem Kapital, natürlichem Kapital und gesellschaftlichem nicht-physischem Kapital, einschließlich Institutionen, Vorschriften und Normen. Bestehende Strukturen schränken Gesellschaften ein und erschweren den Wandel.
Transformationsländer
Länder, deren Wirtschaftssysteme von Plan- auf Marktwirtschaft umgestellt werden.
Treibhauseffekt
Treibhausgase absorbieren thermische Infrarotstrahlung, die von der Erdoberfläche, von der Atmosphäre selber durch die gleichen Gase und durch Wolken ausgestrahlt wird. Atmosphärische Strahlung wird auf alle Seiten emittiert, einschließlich gegen unten zur Erdoberfläche. Auf diese Weise fangen die Treibhausgase Wärme im Oberflächen-Troposphären-System ein. Dies wird der "natürliche Treibhauseffekt" genannt. Die thermische Infrarotstrahlung in der Troposphäre hängt stark von der Temperatur der Atmosphäre in der Höhe ab, in der sie ausgestrahlt wird. In der Troposphäre nimmt die Temperatur allgemein mit der Höhe ab. Tatsächlich stammt die in den Weltraum ausgestrahlte Infrarotstrahlung aus einer Höhe mit einer Temperatur von durchschnittlich -19°C, im Gleichgewicht mit der einfallenden Netto-Sonnenstrahlung, während die Erdoberfläche auf einer viel höheren Temperatur von durchschnittlich 14°C gehalten wird. Eine Zunahme der Treibhausgaskonzentration führt zu einer zunehmenden Undurchlässigkeit der Atmosphäre für Infrarot und somit zu einer Abstrahlung in den Weltraum aus größerer Höhe bei tieferer Temperatur. Dies verursacht einen Strahlungsantrieb, der zu einer Verstärkung des Treibhauseffektes führt, dem so genannten "erhöhten Treibhauseffekt".
Treibhausgas
Treibhausgase sind diejenigen gasförmigen Bestandteile in der Atmosphäre, sowohl natürlichen wie anthropogenen Ursprungs, welche die Strahlung in denjenigen spezifischen Wellenlängen innerhalb des Spektrums der thermischen Infrarotstrahlung absorbieren und wieder ausstrahlen, die von der Erdoberfläche, der Atmosphäre selber und den Wolken abgestrahlt wird. Diese Eigenschaft verursacht den Treibhauseffekt. Wasserdampf (H2O), Kohlendioxid (CO2), Lachgas (N2O), Methan (CH4) und Ozon (O3) sind die Haupttreibhausgase in der Erdatmosphäre. Außerdem gibt es eine Anzahl von ausschließlich vom Menschen produzierten Treibhausgasen in der Atmosphäre, wie die Halogenkohlenwasserstoffe und andere chlor- und bromhaltige Substanzen, die im Montreal-Protokoll behandelt werden. Neben CO2, N2O, und CH4 befasst sich das Kyoto-Protokoll mit den Treibhausgasen Schwefelhexafluorid (SF6), Fluorkohlenwasserstoffe (HFCs) und Perfluorkohlenstoffe (PFCs).
Trend
Der Begriff Trend bezeichnet im IPCC Bericht eine im Allgemeinen über die Zeit konstante Änderung des Wertes einer Variablen.
Troposphäre
Der unterste Teil der Atmosphäre, von der Erdoberfläche bis ca. 10 km Höhe in den mittleren Breitengraden (mit einer Spannbreite von durchschnittlich 9 km in den hohen Breitengraden und 16 km in den Tropen), wo Wolken und Wetterphänomene auftreten. In der Troposphäre nimmt die Temperatur mit der Höhe normalerweise ab.
Umsetzung
Umsetzung beschreibt die Handlungen, die unternommen werden, um Verpflichtungen im Rahmen eines Vertrags zu erfüllen, und umfassen rechtliche und effektive Phasen. Rechtliche Umsetzung bezieht sich auf die Gesetzgebung, Vorschriften und Gerichtsbeschlüsse, einschließlich anderer Handlungen wie z.B. Bemühungen von Regierungen um Fortschritte bei der Umsetzung internationaler Abkommen in nationales Recht und Politik. Effektive Umsetzung braucht Maßnahmen und Programme, die Änderungen im Verhalten und in den Entscheidungen der Zielgruppen hervorrufen. Zielgruppen ergreifen dann effektive Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Anpassung an die Klimaänderung.
Umweltwirksamkeit
Das Ausmaß, zu dem eine Politik, Maßnahme oder ein Instrument einen bestimmten, einen entscheidenden oder einen erwünschten Umwelteffekt erzielt.
UNFCCC
Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (United Nations Framework Convention on Climate Change). Die Klimarahmenkonvention wurde auf dem Weltgipfel für Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro angenommen und seither von 186 Staaten ratifiziert. Sie trat 1994 in Kraft. Die Klimarahmenkonvention ist der erste internationale Vertrag, der den Klimawandel als ernstes Problem bezeichnet und die Staatengemeinschaft zum Handeln verpflichtet. Die Konvention bildet den Rahmen für die Klimaschutz-Verhandlungen, die jeweils als Vertragsstaatenkonferenz der Konvention stattfinden.
Unsicherheit
Ein Ausdruck für das Ausmaß, in dem ein Wert ungewiss ist (z.B. der zukünftige Zustand des Klimasystems). Unsicherheit entsteht durch einen Mangel an Information oder durch Meinungsverschiedenheiten darüber, was bekannt ist oder überhaupt bekannt sein kann. Unsicherheit kann viele Quellen haben, von bezifferbaren Fehlern in Daten bis hin zu mehrdeutig formulierten Konzepten und Terminologien oder unsicheren Projektionen über menschliches Verhalten. Unsicherheit kann deshalb entweder quantitativ angegeben werden, z.B. durch eine Auswahl von berechneten Werten aus verschiedenen Modellen, oder durch qualitative Aussagen, die das Urteil eines Expertenteams wiedergeben.
Verdunstung
Der Prozess des Übergangs vom flüssigen in den gasförmigen Zustand.
Verminderung (der Klimaänderung)
Technologiewandel und -ersatz, die den Ressourceneinsatz und die Emissionen pro Ausgabeeinheit verringern. Obwohl einige gesellschaftliche, wirtschaftliche und technologischen Politiken einen Emissionsrückgang erzeugen würden, ist mit Verminderung im Zusammenhang mit Klimaänderung die Umsetzung von Politiken für die THG-Emissionsminderung und die Stärkung von Senken gemeint.
Vertragsstaatenkonferenz (engl.: Conference of the Parties COP)
Das höchste Gremium der Klimarahmenkonvention von 1992, das laut Konvention einmal jährlich tagt. Nach dem Inkrafttreten der Klimarahmenkonvention 1994 fand die erste Vertragsstaatenkonferenz (COP1) 1995 in Berlin statt. Es folgten 1996 Genf (COP2), 1997 Kyoto (COP3), 1998 Buenos Aires (COP4), 1999 Bonn (COP5), 2000 Den Haag (COP6), im Juli 2001 Bonn (COP6bis) als Fortsetzung der in Den Haag unterbrochenen Konferenz, und im November 2001 Marrakesch (COP7) und 2002 Neu Delhi (COP8).
Vertrauen
Im IPCC Bericht wird zur Darstellung des Ausmaßes des Vertrauens einer Aussage eine Standardterminologie verwendet, die in der Einleitung definiert wurde.
Vorbildfunktion der öffentlichen Hand
Einkauf und Beschaffung von energieeffizienten Produkten und Dienstleistungen durch die Regierung. Regierungsbehörden sind für ein großes Spektrum an Einrichtungen und Dienstleistungen verantwortlich, die Energie verbrauchen, wie z.B. Regierungsgebäude, Schulen und Gesundheitseinrichtungen. Die Regierung selbst ist oft der größte Energieverbraucher und der größte Käufer an Energie verbrauchenden Anlagen eines Landes. Indirekte positive Auswirkungen gibt es, wenn Regierungen effektiv als Marktführer agieren. Erstens kann die Kaufkraft der Regierung Nachfrage nach energieeffizienten Produkten und Dienstleistungen erzeugen oder ausweiten. Zweitens können sichtbare Energiesparmaßnahmen durch die Regierung als Beispiel für andere dienen.
Vorhersage
Projeziertes Ergebnis aus wohlbekannten physikalischen, technologischen, wirtschaftlichen, sozialen Verhaltens- usw. Mustern.
Vorindustriell
Das Zeitalter vor der industriellen Revolution des späten achtzehnten und des neunzehnten Jahrhunderts, nach welcher der Verbrauch an fossilen Brennstoffen für die Mechanisierung zu steigen begann.
Vorläufersubstanzen
Atmosphärische Bestandteile, die selbst keine Treibhausgase oder Aerosole sind, aber eine Auswirkung auf die Treibhausgas- oder Aerosolkonzentrationen haben, indem sie an physikalischen oder chemischen Prozessen teilnehmen, die deren Auf- oder Abbauraten bestimmen
Wahrscheinlichkeit
Die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses, einer Auswirkung oder eines Resultates, wird, sofern sie wahrscheinlichkeitsabgeschätzt werden kann, im IPCC ericht mit Standardbezeichnungen ausgedrückt, die in Fußnote 6 in der Zusammenfassung der Arbeitsgruppe 1 definiert sind. Siehe auch Unsicherheit.
Wald
Im Rahmen des Kyoto-Protokolls definiert als ein Gebiet von mindestens 0,05-1,0 ha Fläche mit Kronendachbedeckung (oder entsprechender Pflanzendichte) von mehr als 10 bis 30 Prozent und mit Bäumen, die das Potenzial haben, eine Höhe von mindestens 2-5 m bei Reife in situ zu erreichen. Ein Wald mag entweder aus geschlossenen Waldformationen bestehen, wo Bäume in verschiedenen Stockwerken und Unterwuchs einen Großteil des Bodens bedecken, oder aus offenem Wald. Junge natürliche Bestände und alle Pflanzungen, die eine Kronendichte von 10 bis 30 Prozent oder eine Baumhöhe von 2-5 m noch nicht erreicht haben, werden mit als Wald gerechnet, genauso wie Flächen, die normalerweise einen Teil der Waldfläche bilden und zeitweilig als Folge menschlicher Intervention wie z.B. Holzeinschlag oder natürlicher Ursachen unbepflanzt sind, von denen aber erwartet wird, dass sie wieder zu Wald werden. Siehe auch Aufforstung, Abholzung und Wiederaufforstung.
Wm-2
Watt pro Quadratmeter
Wolkenrückkopplung
Eine Klimarückkopplung, die Änderungen in den Eigenschaften von Wolken als Reaktion auf andere atmosphärische Änderungen zur Folge hat. Das Verständnis von Wolkenrückkopplungen und die Bestimmung von Ausmaß und Vorzeichen erfordert das Verständnis, wie eine Änderung des Klimas das Spektrum der Wolkenarten, Wolkenhöhe und -Bedeckungsgrad und die Strahlungseigenschaften der Wolken beeinflussen könnte sowie eine Einschätzung der Auswirkungen dieser Änderungen auf den Strahlungshaushalt der Erde. Zurzeit verbleibt die Wolkenrückkopplung die größte Unsicherheitsquelle bei Schätzungen der Klimasensitivität. Siehe auch Strahlungsantrieb.
Wüstenbildung
Degradation in ariden, semi-ariden und trockenen sub-feuchten Gebieten, die durch verschiedene Faktoren, u.a. durch klimatische Schwankungen und menschliche Aktivitäten, ausgelöst wird. Darüber hinaus definiert die Konvention zur Bekämpfung der Wüstenbildung der Vereinten Nationen (United Nations Convention to Combat Desertification; UNCCD) Landdegradation mit Reduktion oder Verlust von ariden, semi-ariden und trockenen sub-feuchten Gebieten, sowie biologischer oder wirtschaftlicher Produktivität und Komplexität von nicht bewässerten Kulturflächen, bewässerten Kulturflächen oder Gebirgsketten, Weideland, Wäldern oder Waldländern durch Landnutzungen oder durch einen Prozess oder eine Prozesskombinationen, einschließlich jener, die in Zusammenhang mit menschlichen Aktivitäten und Siedlungsmustern ablaufen, wie z.B. (i) Bodenerosion, die durch Wind und/oder Wasser eintritt; (ii) Verschlechterung der physischen, chemischen und biologischen oder wirtschaftlichen Bodeneigenschaften; und (iii) langfristige Verluste natürlicher Vegetation.
Ziele und Zeitpläne
Ein Ziel ist die Reduktion von Treibhausgasen um einen bestimmten Prozentsatz, ausgehend von einem Referenzniveau (z.B. "unter das Niveau von 1990"), die bis zu einem bestimmten Datum oder innerhalb einer Zeitspanne erreicht werden muss (z.B. 2008 bis 2012). Die Europäische Union ist im Rahmen des Kyoto-Protokolls übereingekommen, ihre Treibhausgasemissionen bis zur Verpflichtungsphase 2008-2012 um 8% unter das Niveau von 1990 zu senken. Die Ziele und Zeitpläne sind Obergrenzen für die Gesamtmenge von Treibhausgasemissionen, die ein Land oder eine Region innerhalb eines bestimmten Zeitraums ausstoßen darf.
Zirkumpolarstrom
Wie ein riesiges Endlosband umkreist der Zirkumpolarstrom die Antarktis. Zwischen 40 und 60 Grad südlicher Breite verbindet er als einziger Meeresstrom die drei Ozeane. Selbst im Südsommer bleibt seine Wassertemperatur nahe dem Gefrierpunkt.
Zooplankton
Gesamtheit der im Wasser schwebenden, nicht photosynthesetreibenden Organismen: im Meer dominieren die Krebstiere.
Zugbahnen von Stürmen
Ursprünglich bezog sich der Begriff auf die Zugbahnen einzelner zyklonischer Wettersysteme, aber heute wird er oft allgemein für die Region verwendet, wo die Hauptzugbahnen von außertropischen Störungen als Abfolge von Hoch- (antizyklonal) und Tiefdruckgebieten (zyklonal) auftreten.
Zuordnung
Siehe Erkennung und Zuordnung.
Zwischeneiszeiten
Die Warmperioden zwischen den Eiszeit-Vergletscherungen. Die letzte Zwischeneiszeit dauerte ungefähr von 129 bis 116 Tausend Jahre vor heute und wird als "Letzte Zwischeneiszeit" bezeichnet.
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Quelle: IPCC, 2007: Climate Change 2007: The Physical Science Basis. Contribution of Working Group I to the Fourth Assessment
Report of the Intergovernmental Panel on Climate Change [Solomon, S., D. Qin, M. Manning, Z. Chen, M. Marquis, K.B. Averyt, M. Tignor and H.L. Miller (eds.)]. Cambridge University Press, Cambridge, United Kingdom and New York, NY, USA, 996 pp.